Camel Trophy … 86er Ninety, das Gemeinschaftsprojekt

  • Der Titel ist Programm, das Gemeinschaftsprojekt besteht aus deltorro82 und mir … aber wie ist es überhaupt dazu gekommen?

    Ich selbst bin ja nun schon etwas länger raus aus dem „Scaler-Geschäft“. Modellbau-Burnout, viel Privates und Geschäftliches, Corona, Schaffenspause … vielleicht kennt das der ein oder andere?! Christian hingegen hat immer weiter fleißig gebastelt und hat sich weiter entwickelt.


    Was hat mich dann doch wieder aufgeweckt aus meinem längerfristigen Winterschlaf? Nun, auf Facebook habe ich von JS Scale immer wieder Bilder der jährlichen Experience gesehen … diese Camel Trophy, mit so viel Liebe zum Detail, mit Hingabe beim Thema Scale und hinsichtlich Realitätsnähe. Und das alles nicht nur vom Veranstalter, sondern auch von den meisten Teilnehmern. Da haben sich einige Personen wahrlich sehr viel Mühe gemacht und sich wirklich mit dem Thema beschäftigt. So etwas ist ja voll mein Ding, denn Modellbau ist so viel mehr als Bauen und Fahren.


    Viele kommen ab einem bestimmten Zeitpunkt um den Mythos Camel Trophy nicht mehr herum. Es waren andere Zeiten, die noch heute ein ungetrübtes Gefühl von Freiheit, Abenteuerlust und Teamgeist vermitteln. Mit vereinten Kräften Hürden und Herausforderungen bewältigen, bis an seine Grenzen gehen und ein gemeinsames Ziel erreichen. Etwas, was heute leider oft nur noch klein geschrieben wird oder teilweise ganz verloren gegangen ist.

    Diese Camel Trophy-Zeit haben Christian und ich leider verpasst und wir können diese auch nicht wieder zurückholen.

    Was wir können ist: das Ganze in 1/10 nachzuspielen.


    Ich, nach den ganzen Bildern und Videos der JS Scale Experience wieder voll Feuer und Flamme und hoch motiviert hab diese Idee Christian unterbreitet. Und…was soll ich sagen, er ist schwach, sehr schwach … er hat sich schnell breitschlagen lassen … „okay, ich bin dabei“, hat er gesagt.?

    Erste Frage: Welches Jahr und somit welches Fahrzeug bauen wir nach? Ich möchte euch die Entscheidungsfindung bis hierhin ersparen, es ist wie im Titel zu sehen ein Ninety von 86 geworden, so wie er in Australien gefahren wurde.


    Da wir beide sozusagen quasi RC4WD Sklaven sind, war die Basis für unser Vorhaben klar, es wird das Gelände 2 Kit mit der Karosserie von 2015. Es liegen also 29 Jahre zwischen der vorhandenen Karosserie und der, wie sie in Australien gefahren wurde.

    29 Jahre … so lange gibt es heutzutage kein Modell eines Herstellers, dass ist echt der Wahnsinn und genau das ist es ja, was es auch ausmacht. Und dennoch hat sich auch in dieser Zeit die Karosserie verändert … es gibt also einiges zu tun.



    Seitdem wurden auf YouTube unendlich viele Camel-Trophy Filme geschaut, im Internet Bilder studiert und auf Facebook Berichte gelesen. Das Projekt erfordert genau diese Details, die viele vielleicht am Ende nicht interessieren oder sehen, aber genau diese wollen wir herausarbeiten und uns der Herausforderung stellen. Wir werden versuchen uns weiter zu entwickeln und stets bemüht sein.


    Am Ende ist das Ziel, Pfingsten 2022 in Cattedom zu sein und da wollen wir unseren Teil dazu beitragen, dass es Scale wird. Diejenigen, die Christian und/oder mich kennen wissen, was gemeint ist.

    So, das Vorgeplänkel ist vollbracht. Nun folgen immer wieder unsere fleischgewordenen Hirnfürze in Schrift und Bild.


    Wir hoffen, dass euch unsere Camel Trophy-Geschichte gefallen und den ein oder anderen inspirieren wird.


    Gruß

    Christian und Pedro

  • Ein Bild von einem Karton, ich lass mal das Abo da.

    Diese Videos habe ich mir in den letzten Tagen auch angeschaut und mich gefragt, was eigentlich mit dir los ist, da ich lange nichts mehr von dir mitbekommen hatte. Aber jetzt ist ja alles gut!

  • Hallo ihr Scalerverrückten!


    Pedro hat die Einleitung in unser Gemeinschaftsprojekt schon sehr gut geschrieben. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt gemeinsam angehen. Deshalb brauche ich nicht mehr viel dazu zu schreiben.


    Wenn man sich richtig mit dem Thema Camel Trophy beschäftigt, fallen einem sehr viele Details an den Fahrzeugen auf, die es an den "kaufbaren" Karos nicht gibt, bzw verändert werden müssen.


    Nach unzähligen YouTube Videos (speziell der "Mückenfilm") und studieren von Fotos der Land Rover Nienty's aus Baujahr 1986 gibt es eine Menge Arbeit, die wir umsetzen müssen.


    Wir haben bereits einige, teilweise stundenlange, fernmündliche Projektbesprechungen durch, in denen wir uns gegenseitig immer wieder befruchtet haben. (Sorry, der Satz musste sein)


    Hier haben wir unser Augenmerk auf Tank, Türgriffe, Spiegel, Grill, Getriebe und einiges mehr gelegt. Eigentlich alles was notwendig ist um ein scale Modell zu bauen. Ihr werdet es im Verlauf des Projektes erfahren.


    Viele Grüße

    Christian

  • Hallo Liebe Modellbau-Gemeinde


    vielen Dank für euer Interesse bis hierher.


    Ja ich genieße unsere täglichen „Projektbesprechungen“ sehr und was das befruchten angeht … ach ich könnt mich schon wieder einnässen vor lachen. Ihr merkt, so ein Projekt kann wirklich Spaß machen.


    Kommen wir zurück zur Basis des Projekts. Wie geschrieben ist die Basis der G2 von RC4WD … aber auch die Basis musste geändert werden.

    Da dieses Mal „etwas“ mehr Scale unter der Karosserie einfließen wird, haben wir auf das 2 Gang Getriebe aus dem TF2 verzichtet, der z. b. in meiner DD (Defender-Diva) genial zum Einsatz kommt, verzichtet. ?

    Auf das Verzichten kommen wir im Laufe des Projekt immer wieder mal zu sprechen, leider. ??

    Die ganze Philosophie dieses Ninetys dreht sich um genau dieses sehr scalige Getriebe:

    RC4WD TCI Heavy Duty R4 Single Speed Scale Transmission w/ O/U Drive Transfer Case.

    Da ist das Ding … ??



    Das Getriebe in Verbindung mit dem VTG (mit optionaler Möglichkeit auf Over und Underdrive) sieht einfach nur traumhaft aus und kommt der Realität ganz schön nahe. Auch die Abtriebe zur vorderen und hinteren Achse auf der rechten Seite … ein Träumchen …

    Natürlich erkaufen wir uns damit auch Nachteile wie eine feste und nicht optimale Gesamtübersetzung … die aber am Ende des Tages gar nicht mal so schlecht ausfallen wird. Mehr dazu, wenn wir beim Thema Reifenwahl ankommen sind.


    Nachdem das nun klar war, musste das Teil endlich angeschafft werden. Christian hat sowas natürlich auf Lager ?? … ich vertrete ja mehr die Philosophie der „Just in Time“ Lagerhaltung … mit all seinen Vor und Nachteilen. ?

    Das Getriebe war gar nicht so einfach zu bekommen, aber irgendwann war es dann mal da. Details dazu erspare ich euch.

    Und was macht man mit drehenden Teilen von RC4WD immer, also immer? Richtig, auseinander nehmen, sauber machen, auf Grate achten, neu einfetten, shimmen und wieder sauber zusammen bauen. Schraubensicherungsmittel können auch von Vorteil sein.




    Extreme Liebe brauchen diese scaligen Teile schon, aber dann danken sie es einem mit … ach ihr wisst schon. ??

    Finde aber das die Qualität sich wirklich verbessert hat, es war ausreichend fett enthalten und das Getriebe lief recht sauber, dennoch, einiges an Spiel und überhaupt … ich rate jedem, steckt eure ganze Liebe rein … ist ja auch nicht ganz billig das Zeug.


    Also, Getriebe, hadder jetzt.


    Gruß

    Pedro

  • Schön das du wieder Modellbaulust hast, Pedro :jaja:


    Wie ich euch beide kenne, werden uns wahrscheinlich vor Staunen die Augen rausfallen.


    Vielleicht bis du der Auslöser, dass ich mich motivieren kann, meine Baustelle weiter zu machen :cheers:


    mfg

    Thomas

    Fuhrpark: Reely Freemen und irgendwas mit TRX-4 Achsen im Bau :lol!!:

    Taranis Q X7 (ACCST) mit IRange Multimodul

  • Pedro, ich muss mal gucken, was bei der Camel-Trophy an Fahrzeugen genutzt wurde … habs ja nicht so mit den Defendern …?


    Könnte sein, dass ich so was ockerfarbenes auch bauen will … pardon… ich bekunde Interesse rofl

    Gruß


    Hans-Peter


    „Streitkultur zu besitzen bedeutet: mit Worten und Medien den eigenen Standpunkt vertreten zu können, ohne dem Anderen abzusprechen, dass auch er einen abweichenden Standpunkt besitzt und besitzen darf." (Wikipedia)


  • Hallo liebe Modellbau-Gemeinde,


    Schön das ihr auch alle dabei seid, euer Interesse freut uns wirklich sehr und motiviert uns weiter hier zu berichten.


    Wenn wir schon bei den sich drehenden Teilen und dessen Liebesbedürftigkeit sind, dürfen die Achsen nicht fehlen.

    Hier sind wir bei den Yota 2 Achsen aus dem Baukasten geblieben, da sie sich wunderbar für das Projekt eignen. Dieses Mal musste die vordere Achse gar nicht gedreht werden, da wir den Diffkorb auf der rechten Seite benötigen.

    Also habe ich das gemacht was ich immer tue, Achsen auseinander nehmen, alles sauber machen, neue Lager mit Dichtlippe rein, shimmen (ganz wichtig), fetten, vorne die XVD‘s rein und wieder sauber mit mittelfesten Schraubensicherungsmittel zusammengebaut.

    Eigentlich hätte ich einfach die Knochen drinsaßen können, da dieses Fahrzeug viel Wasser und Schlamm sehen wird und XVD‘s dafür zu empfindlich sind, aber ich konnte es einfach nicht, die Knochen mussten raus.

    Hier mal ein paar Beweisbilder, aber nix was man nicht kennen würde.





    Am Ende bleiben diese Lager alle übrig.


    Wichtig ist, alle Gewinde fettfrei halten und die Schrauben mit Gefühl anziehen, das ist alles etwas filigraner, dafür aber auch recht realitätsnah gebaut.


    So, Achsen hadder als jetzt auch.


    Gruß

    Pedro

  • Aber hallo, das schaue ich mir auch an. Und bin schon gespannt wie ihr aus dem TD4 einen Ninety macht...

    Gruss Torsten


    Der Grat zwischen Spaß haben und festfahren ist verdammt schmal

  • Nun kommt zusammen, was zusammen kommen muss …


    … so, nun gibt es einen Rahmen, Achsen und eine Getriebe/VTG Kombination und letzteres war für diesen Rahmen gar nicht vorgesehen.

    Heißt, die Skitplatte musste wegfallen, was ja von Haus aus nicht schlecht ist, weil zu tief. Aber genau an dieser Skitplatte werden ja die äußeren Links befestigt!!!

    Spätestens da hab ich mir meine geliebten Blattfedern gewünscht … wünsche bringen hier aber nix, die Realität sieht nun mal anders aus.

    In der Realität sind die Links ja Radiusstäbe und diese werden am Rahmen ja auch aussen angeschlagen … hmmmm …

    Ich hab echt viel ausprobiert mit vorhanden Links die ich hier hatte. Ziel war es auch, mit den wenigen vorhandenen Befestigungsmöglichkeiten die das Chassis bietet, klar zu kommen. Auch haben die seitlichen Karohalter immer wieder im Weg gestanden. Auch die Kreisbewegung durch die anderen Links hat das Rad beim eintauchen im Radkasten negativ beeinflusst.

    Am Ende sah die Gaudi so aus:




    Nen schluck aus der Pulle getrunken … hmmmm … funktioniert … sieht halt scheisse aus.

    Bild an Christian geschickt … naja, die Reaktion war auch nicht besser … aber wenn es funktioniert …

    Nacht drüber geschlafen, was heisst geschlafen, gegrübelt … wie mach ich‘s …


    Christians Nacht war da sehr viel erfolgsversprechender. Gedacht, gezeichnet und in die Tat umgesetzt … tada …



    Multifunktionale Platten die sowohl die originalen Links beherbergen wie auch die Getriebe/VTG Kombi befestigen, dazu später mehr.



    Montiert sieht das ganze so aus (Achtung, werden noch schwarz lackiert). Die 2 Schrauben mittig sind für die Befestigung am Rahmen, unten die jeweiligen Links und oben dann die Befestigung für die Traverse der Getriebe/VTG Befestigung, welches dem original sehr nahe kommt.

    Mit dieser Platte haben wir als gleich 2 Probleme erschlagen und das ist auch gut so. Ja der Christian ist schon ne Fuchs …


    Da die Traverse für dieses Chassis nicht gemacht wurde, mussten auch hier Änderungen her was die Befestigungen Traverse Getriebe/VTG betreffen. Gelöst haben wir das mit längeren Schrauben, Spacern und Gummiringen.

    Aussehen tut das ganze dann so.




    Von der Seite sieht das ganze so aus. Das VTG sitzt wie im original etwas tiefer als der Rahmen. Ist zwar zum Fahren hier und da suboptimal, aber so war es in Wirklichkeit eben auch und somit gehört es sich auch so. Und einen VTG Unterschutz hatte der 86er Ninety damals auch noch nicht. Zumindest ist uns das bei der Recherche nicht untergekommen.



    So, Rahmen, Achsen und Getriebe/VTG hadder jetzt auch schon.


    Gruß

    Pedro

  • Sieht gut aus!

    Wollt ihr eigentlich die neumodische Karohalterung nutzen? Dieses Gefummel mit den Splinten ging mir ziemlich auf den Keks. Ich bin wieder zurueck zur Schraubloesung gegangen...

    Gruss Torsten


    Der Grat zwischen Spaß haben und festfahren ist verdammt schmal

  • Da sieht man wieder den 100% igen Pedro, dem das RC4WD schon in die Wiege gelegt worden sind.


    Einen Aufbau, genau so ist man es von dir gewohnt.

  • Moin Torsten,


    ich finde die Karohalterung so gar nicht schlecht, weil sie einen internen versteckten Rockslider hat der die Karo nicht eindrücken lässt.

    Ziel ist es am Ende, dass wir die Karo zwecks Akkuwechsel nicht abnehmen müssen, somit entfällt das entnehmen für die meisten Dinge und beschränkt sich auf Service und Reparatur.

    Mit anderen Worten, aktuell bleibt es erstmal so.


    Moin Klaus,


    von Magnethalterung bei solchen schweren Fahrzeugen, vor allem schweren Karosserien halte ich nicht viel, ist aber blanke Theorie, Erfahrung habe ich damit keine. Aber wir werden sehen was uns da so einfallen wird.


    Moin Richi,


    zu dem bekloppten 100%igen Pedro kommt ja jetzt noch der beklopptere 120% Christian dazu, ich nenne ihn liebevoll „The Brain“. Die Mischung von uns beiden ist aber für ein derartiges Projekt auf Distanz perfekt … wie schon erwähnt … wir befruchten uns gegenseitig … ?


    Moin Hans-Peter,


    auch für deine Vorlieben hält die Camel Trophy etwas bereit. Schön wenn wir dich hiermit motivieren können etwas neues auf die Beine zu stellen.

    Eine Camel Trophy im eigentlichen Sinne in Deutschland wäre ja ein Traum, aber wenn ich weiter drüber nachdenke wird es eher ein Traum bleiben ?


    So, gleich geht es mit dem nächsten Thema weiter.


    Gruß

    Pedro