ECHTER SCHEUNENFUND IN 1:18. Restauration + Totalumbau eines Revell BMW 850i

  • Yo Freunde

    Willkommen an Bord.

    -allerdings fürchte ich das es heute nichts zu lernen gibt.

    Außer das sich alte Weisheiten regelmäßig bewahrheiten.

    Und die olle Weisheit um die es heute geht lautet:

    Es kommt anders als man denkt.


    Speziell diese Weisheit zieht sich wie ein roter Faden durch meine Bauberichte.

    Meine Freude darüber hält sich nach wie vor in sehr engen Grenzen.


    Um was geht's also?

    Natürlich ist mir die blaue Lackierung der Innenausstattung nicht entgangen. Und natürlich hatte ich die Gefahr einer Reaktion der verschiedenen Farben im Hinterkopf.

    Aber ich datierte die blaue Lackierung auf über 20 Jahre alt und ging davon aus das sämtliche Lösemittel verflogen sein würden.

    Und begann munter mit der farblichen Gestaltung. Insgesamt 4 verschiedene Farbtöne arbeitete ich gegeneinander im Interieur.

    Nach einiger Zeit viel das grottige Trockenverhalten der "Matt" Lacke auf.

    Auch das nahm ich nicht ernst.


    Joa.Um so größer war das Erstaunen als ich heute weitermachen wollte.

    Die Farben hatten tatsächlich aufeinander reagiert.


    Zigfache Differenzen im Glanzbild der Oberflächen. Lederartige Aufwerfungen. Farbabstoßung an den Kanten. Rückläufer.



    Ich hab das nicht mehr weiter dokumentiert.

    Aber:

    Das beginnt harmlos.

    Aber an dem Punkt ist die Show bereits gelaufen.

    Man kann jetzt versuchen durch weitere Farbaufträge den Effekt zu minimieren. Und erzielt genau das Gegenteil.

    Es wird immer schlimmer und schlimmer. In ein paar Tagen ist der "worst case" perfekt.

    So das heisst:

    Durchtrocknen lassen.

    Danach landet das ganze Werk im Sandstrahler und wird runtergeblasen.

    -diesmal mit dem blauen Lack....

  • Ach weißt Du, ob Du in 1:1 oder im Modellbau restaurierst, irgendwann kommt immer ein Rückschlag. Das ist unumgänglich. Die einzige Frage die sich stellt ist: wann.

    Aber drumherum kommt man nicht.

    Wichtig ist lediglich, das man (so beschissen es auch ist...) rechtzeitig die Notbremse zieht und quasi auf "Reset" drückt. Bevor das Werk völlig verhunzt ist.


    Ist zwar völlig "Off Topic" aber passt irgendwie zur Thematik.

    Ich kaufte vor ein paar Jahren ein Kadett C Coupe. Das Ding war außen wirklich Tacko. Bis am vorderen Kotflügel ein winziger Rostpickel auftauchte.

    Ich dachte "na ja, mal nachsehen" und baute den Kotflügel runter.

    Joaa. Was soll ich sagen.

    Dahinter war eigentlich fast nix mehr. Und so wurde aus der Feierabend Rennsemmel eine völlig ungeplante Vollrestauration.

    Aber wie gesagt.

    Es kommt anders als man denktspiteful

  • Das errinnert mich an meine frühe Jugend, besser Kindheit. Eine meiner Cousinen hatte vom Vater einen Alpha Sud geerbet, sa doll aus, aber offensichtlich für arideres Klima gemacht. Der hatte auch ganz offensichtlich Rost (obwohl mein Onkel den aht mehrfach lackieren lassen...) Meine Cousine ist zu meinem Vater, von dem sie wusste das der einigermaßen handwerklich geschickt ist, und hat mit meinem Vater die Karre mal entrostet. Ich habe als mittelalter Junge natürlich gerne geholfen. Es begann mit rostklopfen und schleifen an den Kotflügeln, als mein Vater dann aber sah, dass die Punkte wo die Ferderung anliegt ausch nur noch aus blättrigem Rost bestand hat er gesagt - stop, da muss jemand vernünfiges Material, nicht nur Polyester auftragen. Meine Cousine ist mit dem Auto alsi weitergewandert zu jemandem der gut schweißen konnte. Der mann hat auch sein Bestes gegeben, aber das Auto fast nur noch aus Rost und mehreren Schichten Lack zusammengehalten wurde, ist die Karre dabei einfach abgebrannt - war schade, hat meiner Cousine aber vermutlich das Leben gerettet, weil die Karre sich sonst irgendwo auf ner Autobahn aufgelöst hätte.

    Kurz gesagt - schlimmer geht immer....:thumbup:

  • Oh jee, solche Dinge passieren öfter als man glaubt.

    Vor allem seit bei den Herstellern überall nur noch der Rotstift regiert, tritt das Thema Rost völlig überflüssiger Weise nach wie vor in den Fokus.

    Was unbemerkte Durchrostungen betrifft, lieferte ja Mercedes mit dem W124 ein herrliches Überrasschungsei quasi "frei Haus".

    In der Regel die Karosserie von Rentnerhand penibelst gepflegt, verwandeln sich im Verborgenen Feder/Dämpferaufnahmen oder Achslager in braunen Teig.

    Wobei es jener Hersteller auch locker fertigbringt Rostpickel an einer dreijährigen S-Klasse erscheinen zu lassen.

    Wie auch immer. Ist hier nicht unser Problemevilgrin

  • So Freunde.

    Nachdem mich die Gestaltung des Interieurs zu Tode langweilt, habe ich mal kurz die Sachen weggelegt und das Kerngeschäft begonnen.


    Wir begeben uns also an das Herz des 850i. Der kapitale Zwölfender:


    Nun, ich habe das ja schon erwähnt. Der konstante Schub eines Jets in jeder Lebenslage ist freilich eine feine Sache. Aber aufregend ist nunmal anders. Woher es kommt?

    Nun, die Gründe liegen in der deutschen Ingenieurskunst. Im stetigen Streben nach Perfektion bei so einem Meisterwerk, unterläuft es dem Ingenieur nur zu gern das er mit seinem Streben etwas zu weit geht und eben auch das ganze zu perfekt gestaltet.

    D.h. sonderlich emotional geht solch ein Treibsatz nicht zu Werke.

    Er gibt eben wie das restliche Fahrzeug den kühlen, distanzierten Technokrat.


    Und deshalb startet nun endgültig das:

    PROJECT HAMMERFALL


    Wir spinnen nun ein bisschen. Würde man dieses Projekt im Maßstab 1:1 angehen, wäre logischerweise der Ausbau der Motor/ Getriebe Einheit der Start.

    Nun beginnt man von unten und schraubt sich nach oben durch den Block.

    Kurbelwelle neu richten, feinwuchten, frisch gelagert einbauen.

    Pleuel bearbeiten bis beim Gewicht Gleichstand herrscht. Für die Kolben gilt das Gleiche. Danach neue Kolbenringe drauf und Einbau.

    Und nun wäre erst mal Stop.


    Jetzt muss klar sein wieviel Punch der Lader liefert der angebaut wird.

    Mittels komplexer Software und unter Berücksichtigung etlicher Parameter erscheint nun der Wert um den die Verdichtung reduziert werden muss.


    Mittlerweile wurden die Köpfe frisch frisiert und komplett überholt.

    -Montage der Motorkomponenten.


    Nun haben wir den Motor im Rohbau.



    Folgende Modifikationen hat der Modellmotor erhalten:

    Jede Zylinderbank wird mit einem eigenen Turbolader versorgt.

    Hier arbeiten 2 IHI Turbolader aus Japan.

    Diese Lader liefern bei Bedarf 1,2 Bar Ladedruck.


    Luftmassenmesser rückten direkt vor die Drosselklappen, davor jeweils 2 Wastegates, dann werden direkt die Turbolader angeflanscht. Zur Versorgung der Lader wurde die Abgasanlage nach vorn geführt.

    Die Drähte die aus den Ladern ragen, werden später gekürzt und umgebogen und nehmen dann die Ladeluftrohre auf.

    Der Motor steht nun im Rohbau.

  • Joaa Freunde, was soll ich sagen?

    Project Hammerfall ist quasi zum Erliegen gekommen.

    Warum?

    Unlust? Keine Zeit? Und überhaupt?


    Nein, viel einfacher:


    Das ist nicht irgendwo draußen, sondern in meiner Werkstatt.

    Was natürlich quälend lange Trocknungszeiten mit sich bringt.

    Und so gibt es bestenfalls einen halbfertigen Innenraum oder einen halbfertigen Motor zu sehen.


    Aber immerhin ist die "Headunit" der Dorfdisco eingezogen :lol2:


  • Die Temperaturen halten dich ab?


    Nicht dein ernst.


    Bemalen kann man auch im Wohnzimmer oder in der Küche. Solange es keine Sprühfarben sind, ist das auch nicht so schlimm.


    Mach ich auch wenn es auf dem Basteldachboden bis zu minus 15 Grad ist.

    Gruß vom Heikomann
    Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein. (Robert Bosch)
    Kriege kommen & gehen doch meine Soldaten stehen ewig ( 2Pac )

    Ihr dürft mich auch gerne besuchen http://hk-modelle.de.tl/

  • Kann ich machen :D

    Dann hätte ich jetzt im Lack die Pfotenabdrücke von 5 Katzenrofl

    Sofern die Teile noch auffindbar sind...

  • Oh je Heiko,

    unsere Truppe und Kartons...

    Die kommen auf Ideen das glaubt kein Mensch.

    Ich lass die Teile wo sie sind und helfe mit der Heissluftpistole nach.

    Das schont die Nervenvain

  • Hol dir doch für den Bastelkeller eine Rotlicht Lampe die man nimmt bei Rückenverspannungen.

    Darunter die Teile vorgewärmt. Nur nicht zu dicht an den Teilen.

    Gruß vom Heikomann
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    Ihr dürft mich auch gerne besuchen http://hk-modelle.de.tl/

  • Ein weiteres Fehlteil, war der Kühler.

    Ich hab dazu ein Stück Verpackungsmüll genommen, etwas mit Holzkit in Form gebracht und bemalt.

    Danach zogen die Ladeluftkühler ein. Die Ladeschläuche entstanden ebenfalls aus Holzkit.

    Erwärmen, in eine Wurst rollen, in Form bringen, abkühlen lassen. Fertig.



    Warum Holzkit?

    Lässt sich erwärmt wie Knete modellieren und ist lackierfähig.



    Als nächstes folgt nun ein Ram Air System unter dem Fahrzeug, das die Luftfilter versorgt und von dort aus die Ladeluftkühler. Bin aber noch nicht so weit.

    Stand der Dinge ist das:



    Hier erkennt man auch die zusätzlichen Kühler für die Beiden IHI Lader.

  • Herzlichen Dank!

    Na ja, der Punkt ist halt der:

    Im Gegensatz zu Deinem Projekt, muss das was ich baue nicht funktionieren.

    Es ist lediglich eine Illusion.

    Das vereinfacht das Werk letztendlich extrem.

    Im anderen Maßstab dreht sich das Ganze schon etwas weiter (vor allem 1:1) ^^

  • Holzkit-Schläuche hab ich ja ewig nicht mehr gesehen.

    Hast du gut hinbekommen. Aber auch den Hölzernen Ladeluftkühler find ich eine gelungene Sache. Dieser Materialmix ist ohne weiteres ein annehmbares vorgehen im Modelltuning.

    Gruß vom Heikomann
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    Ihr dürft mich auch gerne besuchen http://hk-modelle.de.tl/