REELY DESERT CLIMBER / Wltoys 12428 wird erwachsen. R & T Baubericht.

  • REELY DESERT CLIMBER / Wltoys 12428 wird erwachsen.

    -Hintergründe

    -Test

    - Umbau in verschiedenen "Evolutionsstufen"

    - zunächst Evo I


    Ich hab keine Ahnung, ob es Euch schon ähnlich ergangen ist.

    Vor einiger Zeit jedenfalls, musste ich eher unfreiwillig feststellen, das die Ausfahrten immer kürzer wurden. Auch wurde ganz gern mal eine Ausfahrt ausgelassen. Oder lieber grundlos in der Werkstatt gehockt, anstatt raus zu gehen.

    Irgendwie war der Wurm drin.

    Gut OK. Diese Crawler Müdigkeit führte ich dann irgendwann auf das Modell zurück. Es war doch offensichtlich. Der Scale Crawler war bis dahin 2 Jahre quasi fast täglich im Einsatz gewesen. Vollkommen klar das daß Fahrzeug nun langweilig geworden war.


    Recht froh das die Ursache nun gefunden war, machte ich mich natürlich sofort an die Problemlösung.

    Und es passte nur zu gut das genau an jenem Wochenende bei eBay eine dieser Aktionen lief, wo man mit 1 Euro Verkaufsprovision sein Zeug verscherbeln kann.

    Begeistert schleuderte ich meinen Scale Crawler in die Bucht und kaufte kurze Zeit später, völlig übermotiviert gleich 2 neue Scale Crawler.


    Und was soll ich sagen? Ich war geheilt! Jede freie Minute wurde herumgefahren, herumgebastelt und weitergefahren.

    Bis sich nach wenigen Wochen wieder die gleiche Unlust breitmachte.

    Ich hatte mich also einmal im Kreis gedreht.


    Nun, es war nicht mehr zu leugnen. Zum Ausgleich musste zum Fuhrpark etwas schnelles her.

    Bloß was?

    Futuristische Buggies und Tourenwagen kamen auf keinen Fall in Frage. Damit hatte ich mehr als die gesamten 90er Jahre verbracht.

    Rallye? Super interessant, aber technisch zu nah am Tourenwagen und außerdem braucht so ein Wagen eine richtige Strecke. Habe ich keine.


    Als ich mal wieder vor meinen geliebten King of the Hammers Videos saß, viel es mir dann endlich wie Schuppen aus den Haaren! Das war es! Ein Ultra4!

    Brachiale Leistung! Brachiale Optik!

    Wunderbar!

    Ich war wie gesoffen von der Idee.

  • Am Anfang war es nur ein Gedanke.


    Gut OK. Es ist ja jetzt nicht so, das es da nix gäbe. Gerade Axial oder Losi haben da ja prächtiges Gerät im Bereich der Rockracer im Regal.

    Bloß hatte ich jetzt das klitzekleine Problem, das der kürzliche Erwerb von gleich zwei Scalern nicht nur eine Delle in der Modellbaukasse hinterlassen hatten, sondern mit der Wucht einer Abrissbirne einen Krater hinterlassen hatten.

    Und ja, den Grund des Kraters konnte man sehen. Da war einfach nichts mehr.

    Also richtete ich schnell irgendwelche Dinge zusammen, die doppelt oder überflüssig waren und vertickte sie mehr recht als schlecht.

    Und hatte nun einen Betrag zur Verfügung.

    Na ja. Einen überschaubaren Betrag.

    Sehr überschaubar.


    Mit meinem klar begrenztem Budget machte ich mich nun auf die Suche. Preislich natürlich nicht oben. Sondern unten.

    Ganz unten.

  • Du musst ihn nicht finden.

    Er findet Dich.


    Begibt man sich im unteren Preissegment der Off Roader auf die Suche, stößt man automatisch auf ihn:


    Oft als Reely Desert Climber oder Wltoys 12428 verkleidet, aber auch unter vielen anderen Labels unterwegs. Tatsächlich ist es jedoch stets das gleiche Modell.

    Hier sollte man jedoch genau hinsehen. Wer ernsthaftes Interesse daran hat, sollte es unbedingt bei Wltoys und Reely belassen. Viele andere Varianten sind Sparbrote der üblen Sorte.


    Für mich war das natürlich völlig klar. Wieder eine dieser in Asien hastig zusammengetackerten Hartplastik Flitschen, die bereits kaputt aus dem Karton purzeln.

    Was mich jedoch stutzig machte und schon etwas verwirrte, war die enorme Präsenz des Modells in den sozialen Medien.

    Schon bereits auf YouTube wird das Modell in zig Videos ausgepackt. Besprochen. Gefahren. Getunt. Getestet. Und mit Absicht zerstört.

    Bei letzteren Videos schwillt mir allerdings die Ader. Gerade aus dem Land der Trump Wähler sind dann immer wieder irgendwelche Einzeller zu betrachten die mit endloser Hingabe das Modell so lange vergewaltigten, bis es endlich vor der johlenden Meute kaput geht.

    Sorry. Da könnte ich kotzen.

    Wenn jemand zu viel Kohle hat, soll er diese Kohle gefälligst Bedürftigen in die Hand drücken. Anstatt mit Gewalt RC Modelle zu zerstören.

    Meine Meinung.


    Nachdem ich nun etliche dieser Videos gesehen hatte, war eigentlich klar das der Renner so übel nicht sein konnte.

    Außerdem sah ich auch später, das für dieses Fahrzeug mit Ausnahme des Wannenchassis jedes Teil in Metall erhältlich ist. Was soll also schief gehen?

    Meine Wahl war also sozusagen gefallen. ( hatte ich den eine Wahl...?)


    Wenn man ohne Bares ein neues Modell ergattern möchte gibt es nur eine Möglichkeit.

    Die Suche auf Ebay nach Irrläufern in falschen Rubriken, mit Schreibfehlern, dummen Uhrzeiten, ungünstigen Beschreibungen etc. etc. etc.

    Kurze Zeit später, hatte ich dann "meinen" Reely desert climber gesichtet. Bei dem kamen gleich sämtliche möglichen Fehler die einen Irrläufer ausmachen zusammen.

    Und so schoss ich dann meinen kleinen Rockracer zum Gegenwert einer Schachtel Kippen und einer Pulle Bier.

  • Gut, es war jetzt nicht unbedingt so, das ich mich vor Glück vollgestrullert hätte, zu groß waren trotz allem noch die Zweifel. Außerdem war mein Exemplar ein Warenrückläufer, ungetestet.


    Zwei Tage später erschien dann das Paket und der Desert Climber kam heraus.

    Natürlich dreht man das Ding erst mal in den Händen herum. Knautscht in der Federung. Drückt und rüttelt. Und das Beste war:

    Die gefürchtete Hartplaste war nirgends zu finden. Im Gegenteil. Es werden verschiedene Kunstoffarten verwendet. An Querlenkern und Aufhängungsteilen flexible Kunstoffe, um Abreissen zu verhindern, Cage und Schubstreben sind härter gehalten. Außerdem findet sich an den üblichen kritischen Stellen bereits Metall. Schaut man genauer hin, finden sich CVD Antriebswellen an der Vorderachse und CVD Gelenke an den Antriebswellen der Hinterachse.

    Löst man 4 Schrauben am Wannenchassis und 2 am Cage, kann man den Käfig komplett nach vorn klappen.

  • Interessant war hierbei, warum der Reely als Retourenware unterwegs war:

    Der Vorbesitzer hatte es auf irgendeinem Wege geschafft, zwei der Radmitnehmer Stifte zu verlieren. Da der Renner funktionierende Differentiale hat, wurde folglich die Leistung dort hingeschickt wo der geringste Widerstand ist: die Achsen ohne Mitnehmer.

    Also stand das Modell nur da, pfiff angriffslustig vor sich hin, bewegte sich aber keinen Millimeter.

    Das Anbringen der Stifte war reine Formsache und das Gerät war wieder Einsatzbereit.


    Was gleich negativ auffällt ist ein ziemliches Gelatsche um die Lenkung.

    Verantwortlich dafür ist ein Servosafer der schon reichlich weich ausgelegt ist.

  • Da so ein Modell ja nicht nur aus Servosafer besteht, sehen wir uns nun den Rest an.

    Man könnte natürlich nun ins Detail gehen, aber da ich ja hier ohnehin einen Monolog halte kürze ich das ganze mal ab:


    Layout:

    -Wannenchassis mit Unterfahrschutz in Metall. Getriebe besteht nur aus einem Hauptzahnrad mit CVD Gelenken an Vorder- und Hinterachse, zentrale Antriebswellen Metall.

    -Hinterachse als Starrachse mit Differential, 4 Link Aufhängung. Gelagert in abgedichteten Kugellagern.

    -Vorderachse mit Einzelradaufhängung und CVD Antriebswellen in Metall.

    Aufhängung durch Achse in Metallagern und Umlenkung zur Push Rod Ablenkung. Gelagert in abgedichteten Kugellagern.

    -Fahrwerk mit Gewindeverstelllung an Vorder- und Hinterachse.

    Elektrik:

    Asientypisch kombinierte Regler/Empfänger Einheit, Motor 540, alles vollproportional. Servo mit 5 Anschlusskabeln.

    Sender: Sendet.

  • Bevor wir nun den Rochen von der Leine lassen, mal ein dezenter Hinweis.

    -selbst wenn man jetzt mal irgendwelche Ebay Schnapper außen vor lässt und das Modell in der Bucht beim lustigen Händler in Hong Kong ganz regulär bestellt, schlägt das RTR Paket mit 50 Euro incl. Versand zu Buche.

    Und wir reden hier jetzt nicht über zwei Reifeneinlagen sondern ein RTR Paket in der oben genannten Ausstattung.

    Ergo sollte man hier eine gewisse Fairness gegenüber dem Renner schon walten lassen.


    Während der zweizellige Li-Ion Akku lädt, fallen am Fahrzeug mehrere Dinge auf:

    - die Spur der Vorderachse sieht mit der extremen Spreizung der Räder sehr gewöhnungsbedürftig aus.

    - die Federrate ist (zu) hart. An der Vorderachse bleibt wegen der schwachsinnigen Umlenkung keine andere Wahl, damit sich das Fahrzeug überhaupt erhebt. Aber auch die Hinterachse steht im Stand komplett ausgefedert.

    - ist der Akku voll und angeschlossen, schafft es der Lenkservo kaum im Stand die Räder zu bewegen.

    Ob und wie weit das alles bei der anschließenden Fahrt eine Rolle spielt, wird sich zeigen.


    Ich hab einen recht überschaubaren Kurs zum testen gewählt.

    Da ich mit zahlreichen Überschlägen und Abflügen rechne, habe ich keine Lust jedes mal so weit zu laufen um das Modell wieder auf die Räder zu stellen.


    So, einige verhaltene Runden zum kennenlernen. Der schwachbrüstige Servo, sowie die seltsame Spurlage fallen im Fahrbetrieb nicht wirklich negativ auf. Der Renner zieht quietschvergnügt eifrig seine Runden, trotz mäßigem Radeinschlag ist der Wendekreis winzig und das Modell sehr handlich. Also ein recht quirliges Fahrverhalten.

    Genug. Vollgas.

    Bis jetzt war ich nur im mittleren Drehzahlbereich unterwegs und ziehe aus dem Kurvenscheitel nun voll durch.

    Was jetzt passiert lässt mir mal kurz das Gesicht runterfallen.

    Das Fahrzeug sticht wie von einer Tarantel gestochen davon. Und landet trotz hektischem Gerudere am Sender frontal im Sandhaufen.

    Hä? Was war das jetzt?

    Etwas irritiert gehe ich zum Sandhaufen und ziehe erst mal das Teil wieder heraus.

    Werfe es auf die Räder und ziehe gleich richtig am Quirl.

    Diesmal gewarnt, bin ich trotzdem am Sender voll beschäftigt:

    das Ding geht vorwärts wie die Seuche.

    Im unteren Drehzahlbereich noch etwas lasch wirkend, zieht der Wagen obenraus wirklich heftig an.

    Ich schaffe zunächst keine Runde ohne Überschlag oder Abflug. Doch als ich langsam meinen Rythmus finde, rollt das Modell mit blinkenden LED's aus.

    Akku leer.

    Wie jetzt? So schnell? Ich dachte die 90er Jahre sind vorbei?

    Mir kommen dabei die popeligen 1400mAmp in den Sinn, die mein Lader anzeigte...

    Völlig angefixt vom prächtigen Spielzeug hocke ich nervös vor dem Lader..

    Los lade schneller!

  • Nachdem nun einige Akkuladungen verfahren sind, kann man schon mal ein kleines Fazit ziehen:


    Das Konzept, an gefährdeten Stellen flexible Kunstoffe und an geforderten Stellen Metall zu verbauen, geht voll auf. Der Wagen ist nicht kleinzukriegen. Ich habe etliche Male unter Vollast ein Hindernis mit den freistehenden Rädern getroffen. Ohne die geringste Folge. Dazu trägt natürlich auch das geringe Gewicht bei.


    Dieses geringe Gewicht führt jedoch auch zu einem nicht unproblematischen Fahrverhalten unter Vollast. Trifft der Wagen hierbei auf Hindernisse oder Unebenheiten, kommt es oft vor das daß gesamte Modell einfach komplett ausgehebelt wird. Erheblichen Anteil daran haben natürlich die zu harten Federn, die lieber anstatt einzufedern, das ganze Modell davonschleudern.


    Der recht kleine Servo bewegt zwar das Modell in die gewünschte Richtung, lässt aber auch Ungenauigkeiten zu, da halt eben doch die Kraft fehlt.


    Der recht harte Radsatz trifft vom Grip her die goldene Mitte. Nicht zuviel aber auch nicht zu wenig. Und so kann man mit schönem Wheelspin ablegen, Kurven im Slide umrunden, alles was eben richtig Spass macht. Satter Grip in Kurven führt ohnehin zu spektakulären Rollen. Insofern ist das schon gut so.


    Der Akku ist die Spassbremse schlechthin. Mit einer unglaublichen Präzision entleert er sich genau in dem Moment, wenn der Pilot seinen Rythmus gefunden hat und fehlerfreie Runden dreht.



    Auch etliche Ladungen später bleibt es dabei. Auf Schotter/Sand/Gestein/Gras bereitet das Modell enormen Spass. Die ständig vorhandene Leistung in Verbindung mit dem geringen Gewicht machen aus dem Rockracerchen einen wahren Gaudibursch.

    Die Eigenheiten die das Konzept mit sich bringt, stellen einen jetzt nicht unbedingt vor unlösbare Aufgaben. Mit ein bisschen Übung bekommt man den Bogen raus und ist dann auch ohne Überschläge unterwegs.


    Apropos Rockracerchen. Das Modell wird als Maßstab 1:12 angepriesen und ist tatsächlich kleiner als beispielsweise der Twin Hammers. Aber sooo mikro ist er nun auch wieder nicht, wie ein Vergleich mit einem SCX10II zeigt.

  • Cooles Teil, ich hatte den auch schon mal im Sinn. Habe allerdings nicht ganz auf die Videos vertraut und es dann gelassen.

    Scheinbar hält der doch echt was aus!


    Wirst du ihn weiter verbessern?

  • Ja, ich schließe den Test bald ab, dann geht es mit dem Umbau los. Dort wird zuerst das Fahrwerk und die Elektronik geändert.

  • Bin schwer gespanntgamer.........


    Freu dich wenn du Aluteile einbauen willst,bis auf wenige

    Ausnahmen passt nix Plug&Play.



    Gruß,Andi.

    Net z`fui übas Leba denga,-l`bnd kuma da eh nima aus.......

    Edited once, last by Andi69 ().

  • So Freunde.

    Da wir ja das Modell auf der Schlachtbank sehen wollen, kommen wir nun zum endgültigen Fazit der RTR Version.

    Ich werd mich jetzt allerdings nicht in endlosen technischen Daten und Betrachtungen ergehen.

    Das Ding macht einen höllen Spaß und außerdem süchtig.

    So einfach ist das. Punkt aus.


    Allerdings habe ich mich schon gefragt, was das ist. Was mich da so anfixt. Was mich wie ein Büblein auf den Lader warten lässt. Um immer und immer wieder den Renner durch die Botanik zu prügeln.

    Es ist diese Leichtigkeit, diese Unbedarftheit mit der die Kiste völlig unkompliziert ans Werk geht.

    Das Modell verbreitet einfach fette, geile, gute Laune. Das ist es, was ihn ausmacht.


    Wer also eine unkomplizierte Pocket Rocket für die schnelle Runde zwischendurch sucht, hat hier die Möglichkeit zur Punktlandung.

    Im allerschlimmsten Fall sind für das Paket 50 Euro zu entrichten. Wobei dieser Preis nicht diskussionswürdig ist. Wir bezahlen problemlos den gleichen Betrag für 1,5 Reifen. Und da scheisst sich auch keiner in die Hose.

    Also. Aufrüsten kann man noch beim Akku, in das Fach passt deutlich mehr als der mittgelieferte Akku.

    Ansonsten?

    Gegebenenfalls kann man die Innereien der Achsantriebe gegen Metallteile tauschen, Kosten für den gesamten Kit bei Banggood zur Zeit 10 Euro.


    Und noch ein Tip unter uns Jungs.

    Wenn Euch mal wieder Steuerfahndung, der Ehebrocken, der Chef oder ähnliches den letzten Nerv rauben, schnappt Euch den gelben Renner. Fahrt damit einfach zum nächsten Feldweg und lasst ihn von der Leine.

    Hilft ungemein!



    Als nächstes folgt nun der Umbau, sozusagen zu Evo I.



    Grüße

    Mic

  • Evolution statt Revolution.

    - die Politik der kleinen Schritte.


    Wenn man so ein Modell umbaut, sollte man sich zunächst klar sein wo man hinmöchte. Natürlich kann man jetzt das Ding komplett zerfleddern und an allen Ecken und Kanten wild drauflosschrauben. Davon halte ich nichts. Am Ende wird das Modell bestenfalls verschlimmbessert sein. Dann noch die Ursache für irgendein Fehlverhalten zu finden ist kaum möglich.

    Also Politik der kleinen Schritte. Jede Veränderung wird verbaut und sofort "erfahren".


    Was wollen wir also erreichen?

    Mehr Leistung?

    Vergiss es. So eine Brushless Combo ist schnell verbaut. Das ist Kinderkacke. Dieser Punkt wird uns als letztes interessieren.


    Wir wollen Kontrolle.

    Das Modell soll exakt dem Befehl der über den Empfänger reinkommt folgen. Wir wollen Kontrolle über das gesamte Modell, unter allen Umständen.

    Darum geht es.


    Also beginnen wir mit der Lenkung. Sie ist ein Grundpfeiler für kontrolliertes Fahrverhalten.

    Dazu entfernen wir die original Elektronik komplett. Hier sollen nun unsere Sachen einziehen.


    Man sieht hier bereits: es wird knackig eng.

  • der original Servo ist recht klein.

    Ich hab mal zum Vergleich einen Graupner 5077 und den Kopropo der hier verbaut werden soll dazu gestellt.


    Für den Lenkservo ist die Anforderung klar. Er muss pfeilschnell reagieren und zu dem stark sein.

    Deshalb fällt klar die Wahl auf den Kopropo. Der arbeitete vorher als Lenkservo im Kyosho Inferno 7.5 als Lenkservo. Sollte also ausreichen.

    Wird knackig eng, aber scheint zu gehen.


    Ich muss hier allerdings am Servo etwas Material abtragen, d.h. für einen herkömmlichen Servohalter ist kein Platz mehr.

    Ist aber nicht das Drama. Der original Halter baut sehr schlank und wird für den Zweck umgeschliffen und zweckentfremdet.



    Nachdem das Servogehäuse auch noch abgeändert wird, kann nun endlich der Servo ins Chassis einziehen.

    Vorher muss jedoch das Gegengewicht zum Motor aus dem Chassis herausgehebelt werden, damit genug Platz entsteht.


    Man könnte nun das Gewicht entsprechend einkürzen und wieder zurücksetzen. Diese Arbeit schiebe ich noch vor mir her. Die Vorstellung in Bergen von Spänen zu sitzen, finde ich nicht so prickelnd.

  • bei der Wahl des Servohorns lauert hier ein wunderbarer Fallstrick. Ich hab natürlich zum obligatorischen Aluservohorn gegriffen. Um nach dem Zusammenbau festzustellen das daß Teil am Oberdeck anstößt.

    Hier musste ich sehr tief in den Reste Kiste greifen, da das Servohorn exakt die gleiche Länge haben muss, wie der original Servosafer.

    Alles andere stößt irgendwo an.


    Nachdem der Servo in der endgültigen Position Platz gefunden hat, erfolgt die Testfahrt.


    Die Änderung ist extrem spürbar. Das Handling des Modells steigert sich sehr stark. Der Wendekreis reduziert sich fast auf Briefmarkenformat. Selbst im oberen Geschwindigkeitsbereich steuert das Modell nun deutlich präziser. Der Kurvenradius bleibt so wie gewählt und wird nicht immer größer durch mangelnde Kraft des Servos.

    Es tritt auch noch ein anderer Effekt auf. Durch die Steigerung des Handlings wird das Fahrzeug noch etwas quirliger und lebendiger.

    Der Fahrspass steigt also noch einmal an, so soll es auch sein.


    Eine andere Sache ist die Lenkung an sich.

    Im Modell bewegt der Servo eine Art Schieber, der wiederum die Schubstangen zum Rad bewegt. Die Lösung ist platzsparend und soo dämlich nicht. Allerdings weißt das Gebilde etwas Spiel auf. Richtig deutlich wird das Spiel wenn der Schieber seine jeweilige Endposition in einer Position erreicht hat.

    Nun, würde das Modell ausschließlich auf Asphalt betrieben werden, hätte diese Lösung keine Chance.

    Aber ein Modell das auf losem Untergrund unterwegs ist? Solange der Renner ständig auf Geröll, Sand etc. unterwegs ist, besteht ja permanent ohnehin ein gewisser Schlupf. Da jetzt ein Fass aufzureissen? Ich sehe hier keinen dringenden Handlungsbedarf. Die Genauigkeit die bisher nur durch den Servotausch erzielt wurde, geht schon einmal so völlig in Ordnung.


    Wenn wir schon dabei sind, sehen wir mal die vorderem Aufhängungen durch. Das Spiel das sich dort wiederum findet, ist schnell durch den Einbau von Pass- oder Unterlegscheiben beseitigt. Auch reicht hier oft das sorgfältige Nachziehen der Schrauben.


    Ist schnell erledigt und sorgt für Ruhe im Gebälk.

  • Nun kommt der nächste Punkt, der hier für Kontrolle sorgen soll:


    Das Fahrwerk.

    Die originalen Stoßdämpfer sind im eigentlichen Sinn reine Federhalter. Vom Aufbau mit einem Öldruckdämpfer identisch, findet sich jedoch nirgends eine Dichtung. Also weg damit.

    Der Griff in die Reste Kiste fördert dann passende Exemplare zu Tage.


    Und da sind sie wieder. Die 90er Jahre. Grundsätzlich spricht ja nichts gegen die blaue Farbe. Bloß haben mich diese eloxierten Dämpfer über Jahrzehnte verfolgt. Ich kann und will das nicht mehr sehen.

    Darum habe ich die Beschichtung runterpoliert.


    Das springt mich dann schon eher an. Das der Griff zu diesen beiden Exemplaren ein eklatanter Fehlgriff sein wird, weiss ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Wie naiv....


    Ja und da ist es dann auch schon wieder. Mein Lieblingshassobjekt:


    Liegende Dämpfer, die über eine Umlenkung einen langen Querlenker betätigen sollen. Die Aufgabe ist lediglich über die Umlenkung die gesamte Fahrzeugfront anzuheben.

    Mir ist das schon soo oft begegnet und war bis her jedesmal Mal Mist.


    Die Gründe liegen auf der Hand. Ein recht kleiner Dämpfer mit einer recht kleinen Feder, soll über lange Querlenker die Front in der Schwebe halten. Wie stemmt er diese Aufgabe?

    Na durch eine harte Feder. Und wie spricht eine harte Feder an? Natürlich träge, weil sie eben hart ist.