Motor Selbstüberwindung

  • Ich hab mal eine Frage. Ich spiele mit dem Gedanken in mein Crawler (nicht Scaler) einen 80T motor zu bauen. Da ich noch keinen hatte hab ich etwas gestöbert und folgendes gefunden.


    "Die 80T Motoren sind brutal, die ziehen Dir die Fingerspitze durchs Getriebe, so viel Kraft haben die. Und bringen einen großen Nachteil mit den man bei einem Scaler nicht gebrauchen kann. Das Losbrechmoment mit dem sie ihr eigenes Magnetfeld überwinden müssen, ist sehr hoch. Was bedeutet das dass Fahrzeug sofort mit einem Satz losfährt. Gerade an Hindernissen und vor allem bergab ist das nicht zu gebrauchen."


    Kann das jemand bestätigen? Ich denke mal das wäre ja auch etwas kontraproduktiv im Crawler :scratch:


    Gruß Loutopicclosed

  • Die Reduzierung von Motorbezeichnung und -eigenschaften auf "80T" ist leider - etwas undifferenziert ;).


    Eine Vergleichbarkeit ist nur bei identischer Ankergeometrie (Durchmesser, Länge, Polzahl), Wicklungsdrahtquerschnitt, Magnetmaterial und -aufteilung, Luftspaltgröße, etc. gegeben. Das "Losbrechmoment" einer dreipoligen Büchse mit 80 Windungen liegt eher an seiner Dreipoligkeit - läuft halt generell nicht optimal an, da wäre ein fünf- oder mehrpoliger Motor vorteilhafter, aber auch seltener. Ihr eigenes Magnetfeld überwinden müssen sie im Übrigen nur im Fall der EMK-Bremse, nicht wenn sie bestromt werden.


    Was die "Brutalität" angeht: Joa, mehr Wicklungen sind vorteilhafter für's Drehmoment, aber stärkere Magnete, mehr Pole, ein geringerer Luftspalt und mehr Strom können das kompensieren. Das Ganze mit Turns zu erschlagen ist halt die billige Methode, wenn man konstruktiv sonst nichts anfassen möchte. Nachteil ist dabei, dass man mit dem Drahtquerschnitt 'runtergehen muss um soviele Wicklungen überhaupt auf dem Anker unterbringen zu können - das erhöht den ohm'schen Widerstand der Wicklungen, und reduziert damit Gesamtleistung und Wirkungsgrad.


    Persönlich halte ich 'nen dreipoligen 80T-540er für grenzwertig sinnvoll in der Baugröße. Der Drehmomentvorteil wird durch die Leistungsreduzierung überkompensiert; wenn ich unbedingt mehr Drehmoment und gleichmäßigere Laufeigenschaften suche, sind mehr Pole und/oder das Ausweichen auf 'ne andere Bauform (z.B. 550er) vorteilhafter.


    Gruß
    Derk

  • Moin,

    einfach nur aus der Praxis in meinen RC4WD Gelande 2 kann ich keinen (ernsthaften)Unterschied im Anfahrverhalten feststellen vom 55t zum 80t . (beides RC4WD-Motoren)

  • Danke für eure Antworten. Ja dachte mir schon das ein 550er vorteilhafter wäre, oder eben den vorhandenen sowie das getriebe anzupassen. Ich denke ich bleibe beim 55er und schau mal wie ich den noch optimieren kann. Zum Vergleich werde ich das dann mal mit nem 550er testen.


    Derk


    Danke dir. Das hast du echt super erklärt. Sowas in der Art dachte ich mir schon. Ich werde deine Tipps nutzen.