Lenkgeometrie - Was ist denn hier los?!

  • Liebe Modellbaufreunde,


    mein Eigenbau-Low-Budget-Scaler ist nun fast fertig. Und ich bin auf ein seltsames Problem gestoßen.:scratch:

    Verbaut sind die preislich unschlagbaren Achsen von HG.


    Das Problem:

    1. Der Lenkeinschlag ist eindeutig zu gering

    2. Das kurvenäußere Rad beschreibt einen kleineren Radius, als das innere Rad. (Eigentlich sollte es ja andersherum sein, siehe Ackermann Geometrie)


    Wie kann ich das beheben? Wo ist in der Geometrie das Problem?


    Hier ein paar Bilder der Lenkung:


    (l.: Kein gemeinsamer Schnittpunkt der Achsen - Das äußere Rad lenkt stärker ein. r.: Neutralstellung)



    (voller Lenkeinschlag zu beiden Seiten. Man beachte das Servohorn)


    Im Netz habe ich einen Lösungsansatz gefunden, durch den angeblich die Lenkung "verbessert" (inwiefern?) werden soll. Dabei werden die Steering Links weiter außen befestigt. Allerdings ist dies kaum möglich, da sie fast die Räder berühren.



    MfG Robert

  • Moin,


    das ist das ganz normale Problem bei nahezu allen RTR Achsen...für SCX10 gibt es dieses Mirai-Umbauset, für HGT leider nix...


    Du kannst versuchen die Knukles nach hinten zu drehen und eine BTA-Lenkung zu bauen, dann stimmt die Lenkgeometrie ansatzweise.


    Oder machst es wie ich in meinem Testthread für die HGT Achsen und suchst dir auf der richtigen Linie:


    am Knukle Material und bohrst dort neue Löcher. Seitlicher Steg muss dann noch ab und natürlich Lenkstange neu und ums Diff gebogen werden. Wenn ich dran denke setz ich nochmal neues Bild ein wo man das genauer erkennt.


    Gruß Mike

  • Hi!


    Ja, das stimmt - allerdings geht das nicht ohne weiteres bei diesen Achsen. Ich Frage mich, warum das Problem bei Axial Achsen (SCX) in der Form nicht auftritt, obwohl das Lenkgestänge ebenfalls vorne ist.


    [EDIT] Oh okay, das war mir gar nicht bewusst - bzw ich habe es noch nie bei SCX Achsen beobachtet.

  • Also für mich sieht das so aus, also ob du schon mit dem Lenkgestänge n fehler eingebaut hast. Auf Bild 2 sieht das so aus, als ob deine Lenkung in Fahrtrichtung ein V macht, also die verbindung zwischen den Achsschenkeln zu lang is, die sollte parallel sein bzw. n ganz leichtes A machen. Das könnte dazu führen das dein Ackermann verkehrt is.


    Das Bild 5 is ne Möglichkeit den Ackermann auf 0 zu setzen. Da das aber dann noch keine High Clearance Teile sind, bleibst du am Reifen hängen. Das Selbe Problem hat man wenn man auf die Weise die SCX10 Knuckles so umbaut.

    Ich hab mir für meine SCX10 Achsen eigene High Clearance Knuckles gezeichnet und somit 0 Ackermann.

    Sowas ginge hier ja auch.


    Dein Lenkeinschlag wird aber immer sehr begrenzt bleiben, denn die Achse hat am Drehpunkt der Lenkung Knochen verbaut, damit geht vernünftig kaum mehr als um die 30 Grad. Lösung wären z.b. CVD´s.


    Hoffe das hilft.

  • Im Netz habe ich einen Lösungsansatz gefunden, durch den angeblich die Lenkung "verbessert" (inwiefern?) werden soll. Dabei werden die Steering Links weiter außen befestigt. Allerdings ist dies kaum möglich, da sie fast die Räder berühren.

    Mit der Lösung bist du am schnellsten , einfachsten und günstigsten. Der Unterschied HG zu SCX10 liegt in den Lenkhebeln beim HG sind die Anlenkhebel deutlich weiter nach innen geführt wie beim SCX10, dadurch tritt dieser starke negative Ackermaneffekt auf. Bin die "Mirai plättchen auch lange im SCX10 gefahren das geht schon deutlich besser wie RTR, später habe ich dann auf BTA mit Highknuckles( ähnlich Crawlster) umgebaut. Da es weder Highknuckles (erhöhte Achsschenkel ???) noch irgent ein anderes Tuningteil für deinen HG geben wird sind die Plättchen die beste Lösung in deinem Fall .

    MFG Tino

  • Moinsen,

    ... so lange die Verbindungsstange zwischen den gelenkten Radträgern (Koppelstange) VOR deren Drehpunkt liegt UND dazu noch kürzer ist als die Distanz zwischen den Drehpunkten der Radträger, wird immer ein "falscher" Ackermann-Winkel entstehen.


    Es gibt dafür nur zwei Abhilfen:

    1. die Koppelstange wandert in Fahrtrichtung hinter den Drehpunkt der Radträger und bleibt kürzer als die Distanz zwiscnen den Drehpunkten der Radträger oder
    2. die Koppelstange bleibt, wo sie ist aber muß dann länger sein als die Distanz zwischen den Drehpunkten der Radträger.



    Beide Varianten haben ihre Schwierigkeiten.



    Soll die Koppelstange vor dem Achsgehäuse bleiben und verlängert werden (z.B. durch ein MiRai-Kit oder Vergleichbares), dann gerät man sehr schnell mit dem Rad in Konflikt. Da ist in ganz vielen Fällen einfach nicht genug Platz und die Koppelstange schleift mit ihrem Außengelenk am Reifen oder der Felge. Und hier den benötigten Platz zu schaffen, ist oft unmöglich.




    Verlegt man die Koppelstange hinter das Achsgehäuse (bei gleichzeitigem Tausch der Radträger rechts/links bitte), dann gerät man in aller Regel sofort mit dem Eingang der Kardanwelle ins Achsgehäuse in Konflikt. Da, wo die Koppelstange horizontal liegt, möchte die Kardanwelle durch.

    Allerdings ist das nicht nur kein Beinbruch sondern sogar technisch sehr einfach zu lösen - denn wer sagt, daß die Koppelstange auf genau dieser Höhe liegen muß? Eine entsprechende Distanzhülse auf die Anlenkpunkte an den Radträgern und schwupps ist die Koppelstange mal eben 5-6mm angehoben. Das reicht in aller Regel, um sie gerade so über den Kardanwellen-Eingang in der Achse rutschen zu lassen.

    Sollte diese Höherlegung dennoch nicht ausreichen, dann ist durchaus die Frage erlaubt, ob so eine Koppelstange denn wirklich ein bolzgerades Stück Material sein muß oder ob sie auch eine oder mehrere Krümmungen aufweisen darf.


    Um's einfach zu machen: nö, klar doch (in dieser Reihenfolge).

    Das Ding darf im Prinzip gewunden sein wie eine Kreuzung zwischen betrunkenem Regenwurm und Korkenzieher - aber bitte dabei beachten, daß man dann kein Lakritz-Material nehmen sollte. Schließlich dient diese Koppelstange dazu, die Kräfte in der Lenkung in vollem Ausmaß auf beide Räder zu verteilen und diese Kräfte können bei unseren Scalern schon recht erheblich sein (beim Servo nimmt man ja auch die ziemlich kräftigen Varianten).

    Das heißt, daß ich für eine irgendwie-gebogene-aber-nicht-gerade Koppelstange eben nicht nur ein weiches M3-Drähtchen nehmen kann sondern etwas (ggf. deutlich) Massiveres brauche. Also eine Schablone mit dem M3-Gewindestäbchen machen und dann kann man das z.B. in 6mm Vollstab nachbiegen. An den Enden dann noch 3er-Gewinde rein und mit Hilfe der hübschen langen Madenschrauben aus den Bausätzen die Kugelköpfe dranschrauben - et voilà, die Kiste lenkt wie sie soll.



    Das, was ich da oben geschrieben habe, ist natürlich nur als Vorschlag zu sehen - wer eine bessere Lösung hat: hier ist der Platz und der Ort! :cheers:



    PS: jetzt hab ich doch noch Variante 3 vergessen: man nehme etwa 75 Taler in die Hand und besorge sich eine Crawlster-Lenkung sowie High-Clearance-Knuckles (so es die fürs gesuchte Fahrzeug gibt)

  • pornouwe Tom Tüftel


    Hallo ihr Beiden!


    Euch auch erstmal vielen Dank für die zahlreichen Tipps und Lösungsansätze! Was die Mirai Plättchen angeht habe ich leider keine so guten Ergebnisse vorzulegen: Ich habe gestern Prototypen gefertigt und musste feststellen, dass diese selbst bei minimaler Größe und Verbreiterung schon an die Räder kommen. Nun gäbe es zwei Möglichkeiten:


    1. Andere Räder (doof, weil gerade neu gekauft und super)

    2. Offset (Ist aber eh schon breit)


    Neue Steering Knuckles einzubauen scheint mir ein prinzipiell guter Weg zu sein, allerdings sind die mit den oben genannten Preisen unverschämt teuer. Für das ganze Fahrzeug habe ich mir ein Budget von 200€ gesetzt und das wäre damit deutlich überstiegen. 3D Druck wäre eine Überlegung wert, obwohl ich Zweifel an der Stabilität habe. Das Fahrzeug wiegt gute 3,5Kg....


    Die Lenkung nach hinten zu verlegen ist somit der nächste logische Schritt. Jetzt ist mir auch endlich klar geworden, wie die Ackermann Geometrie wirklich funktioniert. :D Danke! Leider sind aber einige Komponenten im Weg: Das Gestänge könnte mit den Links, den Dämpfern, den Y-Links und der Antriebswelle kollidieren, gleiches gilt für die Anlenkung. Außerdem ist der Servo nicht anders positionierbar - zumindest nicht ohne Weiteres.


    Ich werde aber trotzdem alle Möglichkeiten nochmal gründlich überdenken und halte Euch auf dem Laufenden, falls sich eine Lösung ergibt.


    Danke und LG


    Robert


    PS: Mal am Rande erwähnt: Ich bin total begeistert, auf wie viel Hilfsbereitschaft ich hier stoße! Danke!:thumbup:



  • Du mußt nicht zwingend die ganze Lenkstange hinter die Achse legen , sondern sieh dir mal genau die Lösung von Crawlster beim SCX10 an. da sind nur die Knuckles nach hinten gedreht und die Lenkstange wird immer noch vorn geführt. Ich abe mir die Cralster- Stange / Platte sebst konstruiert , einfach mit Pappschablonen bzw dünnen PS-Platten probiert bis es paßte und dann auch Alu hergestellt. Vielleicht passen ja die Knuckles vom SCX10, wenn ja gibt es in Fernost sehr günstig High-Knuckles aus Alu.

  • Moin,


    warte einfach mal bis ich den Kindergeburtstag heute hinter mir hab, dann zeig ich hier Bilder von meinem Umbau..das kost dich nur eine andere Spurstange..


    Gruß Mike