TRX-4 - das KIT - der Bronco bekommt einen Bruder

  • *** Epilog ***


    ...


    Da mich meine asiatischen Lieferanten und die Post bezüglich der weiteren Scale-Teile für den Bronco schmählich im Stich lassen, habe ich mich entschlossen nun endlich das TRX-4 KIT aufzubauen.


    Aufgrund der Tatsache dass es mein erster Traxxas "Bausatz" ist und es noch nicht so viele Bauberichte zum KIT gibt, beschreibe ich das Ganze hier etwas ausführlicher und mit vielen Bildern.


    Los geht es mit ein paar Aufnahmen zum Inhalt des Kartons.


    ...


    Die oberste Schicht:



    Die zweite Schicht:



    Die dritte Schicht:



    Ganz unten befinden sich die bebilderte, englische Anleitung, die Support Broschüre, der Traxxas Aufkleber-Bogen und das Werkzeug mit dem Fett
    Genau damit geht es los.



    Die Anleitung ist hochwertig gemacht - sie ist in Farbe und auf gutem Papier gedruckt.


    Damit ist der Aufbau der einzelnen Baugruppen anhand der jeweiligen Beutel in denen sich alle dafür notwendigen Teile befinden ganz einfach.


    Wer eine deutsche Anleitung oder Explosionszeichnung benötigt, kann sich diese auf der Traxxas Support Seite downloaden - -> KLACK



    Die erste Baustufe wird das Zweiganggetriebe sein:




    ***

  • *** Zweiganggetriebe ***


    ...


    Die erste Baustufe umfasst die komplette Getriebeeinheit. Alle dafür notwendigen Bauteile sind in dem entsprechenden Beutel "Transmission Bag" enthalten:




    Alle Teile im Beutel




    Zuerst werden die beiden Gehäusehälften mit 5 Kugellagern 5x11x4 ausgestattet.
    Die Lager passen recht stramm in die Lagersitze - hier sollte mit Sorgfalt eingepresst werden damit nachher nichts klemmt.






    Danach wird die Eingangswelle zusammengebaut





    Im Bild links die fertige, gefettete Eingangswelle und rechts das kleine Zahnrad und die Schaltnocke mit den Kugellagern der Ausgangswelle




    Die Ausgangswelle besteht aus 3 Zahnrädern und 2 Kugellagern. Das 24 Zahn Zahnrad wird mit einem Kugellager versehen und danach die Schaltnockeneinheit, in die ebenfalls ein Kugellager eingebaut wird, eingeschoben.
    Danach wird das 36 Zahn Zahnrad mit Kugellagern versehen.
    Dazu wird ein 5x10x4 Kugellager in dem 24T Zahnrad montiert und drei 5x8x2,5 Kugellager in der Schaltnocke und dem 36T Zahnrad.





    Die Welle mit der Schaltnockenführung, der Schaltgabelkulisse und dem 36T Zahnrad




    Ausgangswelle mit 36T Zahnrad, Schaltnocke und Gabelführung




    Ausgangswelle mit 36T Zahnrad und montiertem 24T Zahnrad




    Beide Wellen im fertiggestellten und gefetteten Zustand



    ...


    FF


    ***

  • *** Zweiganggetriebe - Teil II ***


    ...



    Jetzt werden auf der Ausgangswelle jeweils rechts und links eine (graue) Teflonscheibe montiert (Gelbe Pfeile: Achtung für Sehschwache: Teflonscheiben nicht mit den schwarzen Slipperfedern verwechseln).


    Danach wird noch die Schaltgabel seitenrichtig eingelegt (Betätigungshebel nach außen - blauer Pfeil).




    Das Ganze packt man jetzt seitenrichtig als Paket zusammen (Das Fett der Zahnräder führt zu einer hilfreichen "Verklebung") und schiebt es in die tiefe Getriebegehäuseseite ein.
    Achtung aufpassen, dass der Führungsdorn für die Schaltgabel richtig in diese eingreift (gelber Pfeil).
    Die Schaltgabel zeigt nach außen (blauer Pfeil):





    Danach kann die obere Gehäusehälfte - die später das Verteilergetriebe aufnimmt - mit fünf 2,5x8mm Schrauben (gelbe Pfeile) verschraubt werde:





    Schaltprobe: Stellung Schalthebel 2. Gang:




    Schaltprobe: Stellung Schalthebel 1. Gang




    Jetzt wird das Verteilergetriebe montiert.


    Dazu werden zuerst einmal die beiden restlichen Kugellager 5x11x4 getriebeseitig eingepresst:




    Danach werden noch drei weitere Kugellager 5x11x4 im Deckel des Verteilergetriebes montiert:




    Jetzt wird die Abtriebswelle mit einen Querstift versehen (ich nutze dabei immer ein wenig Bootsfett, damit der Stift "klebt" und in Position bleibt):




    Nun können die Ausgangswellen des Verteilergetriebes montiert werden.
    Hier ist insbesondere auf die Ausrichtung der Zahnräder und die Position der beiden Teflonscheiben (gelbe Pfeile) zu achten:





    Danach werden das Zahnrad der Ausgangswelle und die beiden gut gefetteten Abtriebswellen montiert.
    Das Montieren der Abtriebswellen ist etwas tricky, da sich beim Einführen der Wellen die Zahnräder immer wieder auf der Welle verschieben.





    Zum Schluss den Deckel drauf, drei Schrauben 2,5x8 montiert und fertig ist das 2-Gang-Getriebepaket:






    Jetzt schnell noch einmal die Antriebswelle zur Probe gedreht und die Schaltung betätigt. Alles flutscht? - fein!


    Fertig!



    ***

  • *** Zweiganggetriebe - Teil III ***


    ...


    Die finale Montage beschreibt den Einbau des Antriebszahnrades und der Slipperkupplung, sowie des Schaltservos.


    Zunächst werden alle Teile der Slipperkupplung inklusive des Zahnrades montiert.
    Das Zahnrad wurde vorher mit den beiden selbstklebenden Slipper-Pads versehen. Die Slipper-Scheiben sollten idealerweise mit der flachen Seite in Richtung der Slipper-Pads eingelegt werden.


    Hier die Bilder dazu in der entsprechenden Reihenfolge:










    Bezüglich des Einstellens der Slipperkupplung kann man meiner Meinung nach die Traxxas Beschreibung durch ein einziges Wort ersetzen: "festziehen" - nicht anknallen sondern festziehen - das passt meiner Meinung nach völlig.



    ...


    Zum Schluß wird noch der Servohalter mit zwei Schrauben am Getriebegehäuse montiert.


    Das Servo wird seitenrichtig im Halter befestigt und das Betätigungsgestänge dann am Schalthebel des Getriebes eingehängt.
    Um den Kugelkopf des Gestänges in den Servosaver einclipsen zu können, muss der Kugelkopf am Servosaver minimal gedreht werden.


    Das ist i.O. - die Anleitung (s.u.) zeigt das in einer anschaulichen Grafik:





    Das Schaltservo hat sinnigerweise einen dementsprechenden Aufkleber, da die Servos voreingestellt sind und die drei Servos für Diff-Sperren und Schaltung baugleich sind.




    Quelle:Traxxas.com


    ...


    Damit ist das Zweigangetriebe nun fertig montiert.


    ***

  • sehr geil wie das hier alles ausführlich dokumentiert wird !!! freu mich schon auf die Fortsetzungen :thumbsup:


    ganz großes Kino....

  • sehr geil wie das hier alles ausführlich dokumentiert wird !!! freu mich schon auf die Fortsetzungen :thumbsup:


    ganz großes Kino....

    ... Danke, danke ... :bier: .


    Der eine oder andere "Profi" wird hier sicher die Nase rümpfen und "so ein Langweiler-Thread" sagen.


    Ich mache das aber ganz bewusst, da es noch nicht so viele Kits gibt und sicher nicht alle Leser als Profi vom Himmel gefallen sind :D .


    Gruß Roland

  • *** Montage der Differentiale (Differential Bag) ***


    ...


    Jetzt kommt die Montage der Differentiale an die Reihe.


    ...


    Eine üblicherweise für Scaler recht einfache Geschichte - hier allerdings mit dem Special-Feature dass die Differentiale des TRX-4 "überbrückbar", d.h. ein- und ausschaltbar oder gerne auch sperrbar sind.


    Zuerst wieder einmal der Überblick mit Anleitung, entsprechendem Beutel und den Einzelteilen:





    Zuerst werden die Differential-Körbe mit den kleinen (langen) Abtriebswellen-Kegelritzeln bestückt





    Danach werden die Planetenräder mit ihren über kreuz verlaufenden Achsen montiert. Wie immer eine fieselige Angelegenheit.
    Ich tippe hier ganz zum Schluß immer noch einmal mit einem Sechskant auf den Kreuzungspunkt der Achsen, damit diese auch genau in den Abflachungen aufliegen


    8 Planentenräder mit 4 Achsen für 2 Diffs:


    Welle 1


    Welle 2:


    "Dicker" Fetttropfen



    Nun werden die großen Kegelräder mit den entsprechenden (kurzen) Kegelritzeln der gegenüberliegenden Abtriebswelle versehen.


    Die Kegelräder werden dann sorgfältig mit den Diffkörben verschraubt (vier Schrauben).




    Nach der Montage sollten die Wellen der Differentiale leicht zu drehen sein - das verteilt auch das Fett im Inneren.



    Zum Schluß werde alle Lager, die Mitnehmer-Stifte für die Differential Schaltklauen und die Schaltklauen selbst montiert.



    Rechts im Bild das Differential ist "offen", links das ist gesperrt.


    ...


    Tipp:


    An dieser Stelle kann man auch gut das leichte Rattern ergründen das bei den meisten TRX-4 auftritt.


    Schiebt man die lange Ritzelwelle etwas nach innen und dreht diese während man den Differentialkörper am Kegelrad festhält, fängt das ganze Differential leicht an zu rattern.
    Das liegt daran, dass die inneren Kegelräder des Differentials leicht verklemmen und haken.


    Im Gesamtsystem werden diese Axial-Kräfte durch die vermutlich etwas zu langen Abtriebswellen verursacht, die in Mittelstellung der Lenkung leicht auf die Abtriebswellen des Differentials drücken.
    Ich kürze daher die Abtriebswellen immer ein klein wenig mit dem Dremel.


    ...



    ***

  • Sehr interessanter Hinweis.
    Meinst du mit Abtriebswellen die Wellen mit den Kegelrädern im Diff oder die CVD-Wellen richtung Rad?
    Da müsste ich dann bei meinem auch mal noch gucken..

  • ... hast du das Differential einmal (evtl. im ausgebauten Zustand) ohne die montierten Achswellen gedreht? Ist das Rattern an der Hinterachse besser/geringer??


    Wenn das Rattern ohne Achswellen weg ist liegt es definitiv daran - so war es bei mir.
    Wenn nicht kann es natürlich auch das Kegelritzel der Antriebswelle sein, das am Tellerrad hakt.


    ***


    Der Kunststoff des Traxxas-Kits ist hervorragend - bisher das Beste was ich montiert habe.
    Die Schrauben lassen sich gut, aber mit definiert hohem Widerstand eindrehen und man merkt sofort wenn sie auf Anschlag gehen und fest sind.


    Gruß Roland

  • *** Hinterachse Teil I - (Rear Axle Bag) ***


    ...


    Als nächste Baugruppe wird die Hinterachse komplettiert.


    Hier weiche ich bei den Portalen etwas von der original Anleitung ab, da ich die GRC Alu Portale mit Messinggewichten verbaue.


    Die Aufbaureihenfolge und Montage ist aber identisch mit den original Traxxas Kunststoffbauteilen.
    An Stellen an denen dies nicht der Fall ist weise ich explizit darauf hin.


    ...


    Übersicht:




    Zuerst werden die Achskörper mit den Lagern 5x11x4 (außen) und 6x13x5 (innen) versehen:




    Danach wird das Kegelritzel eingelegt - idealerweise wird dieses schon vor dem Einbau ein wenig gefettet:



    Jetzt kann schon das im vorigen Abschnitt fertiggestellte und gefettete Differential eingelegt werden:



    Nachdem das Differential eingelegt ist wird die Schaltgabel mit dem Betätigungszug für die schaltbare Differentialsperre montiert.


    Dazu wird zuerst der Betätigungs-Zug in die Schaltgabel eingehängt und von vorne nach hinten durch die Öffnung der Achse durchgeführt.


    Danach wird die Schaltgabel in die Schaltkulisse eingeclipst und der Bowdenzug von außen mit einem E-Clips am Gehäuse gesichert:





    Jetzt kann man bei offenem Differentialgehäuse durch Betätigen des Zuges gut überprüfen ob die Sperre sauber schaltet.


    Ist dies der Fall kann schon direkt der Deckel des Differentialgehäuses mit vier Schrauben M2,5x16 montiert werden.


    Beim Kit ist der Deckel leider in einem doch etwas tristen grau ausgeführt.




    ...


    Nun folgt die Montage der Hubs und Portale.


    Die Übersicht zeigt die original Kunststoff-Bauteile die nicht montiert werden und zum Vergleich auch noch die GRC Aluteile.



    Die GRC Alu Hubs werden genau wie die original Teile auf die Achsrohre aufgesteckt und mit je drei M2,5x10 Senkkopfschrauben verschraubt.


    Achtung, hier gibt es ein rechtes und ein linkes Teil - nicht verwechseln.





    Nun können im nächsten Schritt die Portale komplettiert werden.


    ...


    ***

  • *** Hinterachse Teil II - (Rear Axle Bag) ***


    ...


    Die Übersicht zeigt die inneren Hälften der Portalgehäuse:



    Diese werden zuerst einmal mit den Lagern versehen



    Jetzt werden auch die Außenseiten der Portalgehäuse - die hier durch die GRC Messinggewichte gebildet werden - mit Lagern versehen



    Zum Einsatz kommen hier die langen Achswellen des Bronco.


    Dies ist aufgrund der Messinggewichte und der etwas breiteren geplanten Sechskantaufnehmer sinnvoll.
    Das Bild zeitg die langen Wellen des Bronco im Vergleich zu den original Wellen des Kits



    Nun werden die Radachsen mit je einem Querstift und den entsprechenden Zahnrädern bestückt



    Im nächsten Bild sind die Radachsen mit den Zahnrädern schon in die Messing-Außenseiten der Portale eingelegt und die verzahnte Portaleingangswelle mit dem entsprechenden Lager ausgestattet:



    Die Portaleingangswelle wird jetzt in den inneren (Alu) Portaldeckel eingelegt.



    Gut gefettet können jetzt die beiden Portaldeckel miteinander verschraubt werden.


    Dazu dienen je acht Innensechskantschrauben M2,5x10 - hinten sechs Stück und vorne zwei Stück>:




    Probehalber werden jetzt die Antriebswellen eingelegt und die Portale zum Verteilen des Fettes und zum Prüfen der Leichtgängigleit gedreht.



    Die Achswellen habe ich mit dem Dremel um ein/zwei Zehntel gekürzt, da sie insbesondere an der Vorderachse dazu tendieren die Differentiale axial zu belasten und dadurch zum Hakeln zu bringen:



    Jetzt werden die komplettierten Portale nach dem Einlegen der Achswellen auf die Hubs aufgesteckt und mit je zwei Schrauben M2,5x16 verschraubt:




    Zum Schluss werden noch die zwei Linkhaltekonsolen mit je zwei M2.5x10 Innensechskantschrauben am Achsrohr verschraubt. Achtung hier ist die Montagerichtung der Konsolen wichtig:





    Das obere Bild zeigt auch die nun montierten, zusätzlichen 50mm Messingringe an den Portalgehäusen.


    Dazu im nächsten Bauabschnitt mehr.


    ...


    ***

  • *** Vorderachse - (Front Axle Bag) ***


    ...



    Übersicht:





    Der Aufbau der Achskörper mit schaltbarem Differential erfolgt identisch zu dem Vorgehen bei der Hinterachse.


    Ich beschreibe daher hier nur die Unterschiede zur Hinterachse.


    Die original Kunststoff C-Hubs werden gegen GRC Alu C-Hubs ausgetauscht:




    ... und wieder an den drei bekannten Schraubpunkten axial mit den Achsrohren verschraubt:




    Die inneren Portalgehäusehalften werden ebenfalls durch GRC Aluteile ausgetauscht und mit Lagern versehen.




    Die Portaleingangszahnräder und die Antriebswellen werden komplettiert und montiert:






    Jetzt werden die GRC Basis Messinggewichte, die gleichzeitig die Portalgehäuseaußenhälften bilden, mit Lagern, Ausgangszahnrädern und Radachsen versehen und verschraubt:





    Nun können die zusätzlichen 50mm Messingringe, die auf die Portalgewichta aufgeschoben werden, montiert und mit kurzen M2,5 Linsenkopfschrauben gesichert werden:






    Jetzt sind die Portale komplett und können mit den C-Hubs der Vorderachse verschraubt werden.




    Vorher habe ich die Antriebswellen noch ein zweites Mal etwas gekürzt, da sie scheinbar immer noch in den Führungen der Kegelritzelwellen anliegen:



    ...



    ***

  • *** Vorder- und Hinterachse komplett - Gewicht ***


    ...


    Vorder und Hinterachse sind damit komplett.


    Gute Güte sind das fette Brummer geworden:




    Die Hinterachse mit allen Gewichten (Basisgewicht + 50mm Innenring + zwei zusätzliche 40mm Außensegmente) wiegt 599 Gramm.




    Die Vorderachse mit 50mm Innenring ohne zusätzliche Außensegmente wiegt 555 Gramm:




    Zusammen sind das nach Adam Riese so ca. .... 1154 Gramm.


    Falls das zu schwer ist - weglassen geht immer ..


    ...


    ***

  • Hi Mac.


    Danke für das Lob.


    In der Tat ist der Bronco wie du schreibst hecklastig.
    Ich habe die zusätzlichen Gewichte hier nur (zufällig) auf der HA montiert, um die Gewichtsdifferenz wiegen zu können.
    Die kommen beim finalen Einbau der Achsen wieder runter, dann passen nämlich auch die serienmäßigen Sechskantaufnehmer.


    Was mir an diesen GRC Messinggewichten deutlich besser gefällt als an denen die ich am Bronco einsetze, ist dass die Gewichte weiter innen an der Achse sitzen.
    Damit sind deutlich mehr Felgen einsetzbar und es werden bis 555 Gramm keine verbreiternden Sechskantaufnehmer notwendig.



    Gruß Roland