Lackiere Auftragsarbeiten? Tipp und Tricks zum lackieren

  • Hallo Dominique,

    danke für die kompetente Rückmeldung. Es ist gut zu wissen dass ich mögliche Fehler noch vermeiden konnte. Die Investition meiner heutigen Lieferung in Humbrol und Vallejo buche ich daher unter Lebenserfahrungen ab. Deine beschriebenen Probleme habe ich leider auch schon machen müssen, es aber als Fehler meinerseits gewertet. Ich hatte auch Vorbehalte, Material, dass zu fast 100% auf Metall angewendet wird auf Kunststoff aufzutragen. Fehler mit Nitrolack auf Kunststoff hatte mich schon ein Modell gekostet.


    Aus dem Zusammenhang ergeben sich weitere Fragen. Auf Grund der guten Bearbeitungsmöglichkeit von PS-Kunststoff, plante ich den Umbau der Hartkunstoff-Karosserie mit angepassten PS-Kunststoffteilen zu verkleben, spachteln und zu lackieren.


    Hast Du mit dieser Kunststoff-Kombination und 2K-Spachteln Erfahrungen oder machst du es sogar selbst? Kunststoff ist ja nicht gleich Kunststoff. Wenn ich alles zersäge, einpasse und der Spachtel hält nicht, ist die Karosserie mit hoher Wahrscheinlichkeit Geschichte.

    Dann zum Schluss die Frage nach dem Werkzeug. Metallspachteln (Japanspachtel) könnten bei ungeschickter Anwendung Kratzer erzeugen. Sind Kunstoffspachteln eher zu empfehlen, oder besser Modellierspachteln. Die gibt es ja in den unterschiedlichsten Formen, sogar als Set. Vielleicht hier noch eine Empfehlung von dir. Danke vorab!

  • Hallo Herbert,


    ich bin mal so frei...

    Ich hatte auch Vorbehalte, Material, dass zu fast 100% auf Metall angewendet wird auf Kunststoff aufzutragen.


    Auf Grund der guten Bearbeitungsmöglichkeit von PS-Kunststoff, plante ich den Umbau der Hartkunstoff-Karosserie mit angepassten PS-Kunststoffteilen zu verkleben, spachteln und zu lackieren.

    Ich habe mal zwei Nikko-Karos zersägt und einen Crew-Cab daraus gebaut.

    Verstärkt habe ich die Karo von innen mit PS und verklebt habe ich alles mit UHU-Allplast.

    Dann zum Schluss die Frage nach dem Werkzeug. Metallspachteln (Japanspachtel) könnten bei ungeschickter Anwendung Kratzer erzeugen. Sind Kunstoffspachteln eher zu empfehlen, oder besser Modellierspachteln.

    Ich habe einfach 0,5mm und 1mm PS mit der Schere zugeschnitten und als Spachtel verwendet.

    Die Größe kann man dann dem Anwendungszweck anpassen.

    Außerdem entfällt nachher auch das Saubermachen der Spachtel.

    Quasi "Einwegspachtel"!




    Gruß!

    Frank

    Der tut nix, der will nur spielen...


    Ich bin sehr spontan - man muß mir nur genügend Zeit geben!

  • Hallo Frank,

    danke für die Informationen, auch der Tipp zu den Einwegspachteln finde ich sehr gut. Materialreste sind ja wirklich genug vorhanden. Habe oft auch gute Ideen, aber manchmal steht man sich beim denken offensichtlich selbst im Weg. :)

  • Hi scalecrawler  Fridolin,


    da kann ich nichts groß hinzufügen, genau so mache ich das auch. Ich verwende zum Kleben zwei-Komponenten Kleber von Uhu und oder Sekunden Kleber zusammen mit Ruderer Kunststoffkleber. Vorgegangen wird folgendermaßen:

    Teile mit paar Kontaktstellen mit Sekundenkleber verbinden, dann mit Ruderer richtig verkleben und aushärten lassen, eignet sich aber nur für unlackierte Stellen, Ruderer löst nur den Lack an, verklebt aber nicht die Materialien. Also wenn ich was bereits lackiertes Kleben muss nehme ich immer Zweikomponenten Kleber von Uhu bzw. vermeide es so gut es geht. Spachteln, ehm joa, da bin ich ein Bauer, ich nehme immer Reststücke von Gussrahmen oder was ich gerade so finde als "Spachtel". Zusätzlich bin ich in der "glücklichen" Lage beruflich an medizinische Handschuhe aus Nitril heranzukommen, deshalb werden auch die Finger verwendet. Um sich viel Schleifen zu ersparen, Handschuhe an, alles Grobe entfernen mit Spachtel- Utensil, dann Finger ablecken und glattsteichen, der Speichel eignet sich hervorragend um glatte Stellen zu generieren. Allerdings davor checken ob der Handschuhe sauber ist, da man nicht unbedingt die Spachtelmasse abschlecken sollte.

    Ansonsten hat Frank schon alles weiter erklärt :headbang:

  • Die Zeit ist von mehreren Faktoren abhängig: Temperatur, dicke der Lackschicht, Art der Farbe und die Fläche der Lackierung. Bei ABS, einem Temperatur von 20 Grad, einer dünnen Schicht Lack und Tamiya Farben, würde ich sagen ca. 30 Minuten bei der ersten Schicht und bei allen folgenden 15-20 min.

  • O.K. danke. Ist es denn schlimm, wenn mal mehr Zeit vergeht?

    Und wie viele Schichten sollte ich lackieren? Hab jetzt 3 Schichten Schwarz. Sieht gut aus, nur ein kleiner Läufer (wie bekomme ich den am besten raus?).

    Edited 2 times, last by bla ().

  • Ich lackiere normalerweise in 3-4 Schichten kommt immer auf die Farbe an. Schwarz deckt aber sehr gut also langen normalerweise 2-3 Schichten. Läufer bekommst nur äußerst schwer raus. Musst raus schleifen und zwar von groben bis ganz feinem Nassschleifpapier und dann die Stelle großflächig neu lackieren. Läufer sind das Ergebnis eines zu nassen Farbauftrags. Also entweder die Dose weiter weg oder insgesamt weniger Farbe pro Schicht auftragen.

  • Dann war ich mit der 2. Schicht wohl etwas zu früh dran. :D Aber ist egal, bleibt das so. Ist ne ganz glückliche Stelle, das kann man da gut verdecken. Danke für deine Hilfe!

  • Hört sich ganz danach an. Läufer kommen aber von einem zu starken Lackauftrag. Also zu viel Farbe auf einer Stelle. An sich wird erst vorsichtig genebelt, dann 30 min Ablüften und dann in 15-20 Minuten Rhythmus deckende Schichten aufgetragen. Aber es ist wichtig die Schichten so dünn als möglich, aber so dick wie nötig zu machen. Lieber in mehreren dünnen Schichten sprühen, als in einer dicken, das verhindert Läufer. Lackieren ist eine Geduldsarbeit und erfordert viel Zeit.

  • Ja, bin aber ganz zufrieden bisher. Wäre es denn schlimm, wenn zwischen den Schichten mal nen Tag vergeht oder ist es besser das in einem Rutsch zu machen?

  • Wenn du Temperatur, Luftfeuchtigkeit gleich halten kannst und du verhindern kannst, dass sich Staub absetzt, dann kannst es in mehreren Tagen lackieren. Aber prinzipiell ist es besser die Farbschichten an einem Tag zu lackieren. Zwischen Farben kannst es abgesehen vom Staub beliebig lang liegen lassen. Aber eine Farbe sollte an einem Tag gesprüht werden.

  • Hab mal noch ne Frage. Jetzt ist die Lackierung fast fertig und ich bin dabei den Klarlack zu lackieren. Bisher lief auch alles erstaunlich problemlos und ich war mit dem Ergebnis wirklich zufrieden. Leider gabs jetzt aber ein Problem mit einer der Dosen. Beim zweiten Lackiergang "rotzte" die Dose auf einmal. Es kamen dicke Tropfen mit raus und haben mit direkt das Dach versaut. :-(

    Woran kann das liegen? Die Dose war noch ausreichend voll (extra früh gewechselt). Hab ich was falsch gemacht?

    Wie bekomme ich die Flecken am besten wieder raus? Mein Plan ist jetzt das ganze weiter fertig zu lackieren und hinterher mit feinem Schleifpapier (hab hier noch 2500er Nassschleifpapier liegen) die Stellen ausschleifen und polieren. Kann man das so machen? Ist glücklicher Weise das Dach und es soll eh noch ein Dachträger draus, daher dürfte ein großer Teil hinterher eh nicht mehr zu sehen sein.

  • Das kann mehrer Ursachen haben, aber wahrscheinlich war entweder die Dose zu kalt, sodass das Treibmittel nicht richtig funktioniert hat, oder und das ist wahrscheinlicher du zwischen den Farbaufträgen nicht die Düse gereinigt hast. Ein "rotzen" kommt von einem verstopftem oder nahezu zugesetztem Sprühkopf (cap). In Kombination mit der wahrscheinlich kalten Umgebungstemperatur hat sich dass dann in einem ungünstigen Farbauftrag geäußert. Ich würde hier nicht weiter lackieren, sondern das Dach komplett abschleifen. Also erst Grob 200 Papier oder sowas und dann immer feiner werden, 2500- Nass is zu fein, würde bei 1000 oder 1500 aufhören und dann einen neuen Lackauftrag beginnen, also Primer, Lack usw. Hier jetzt weiter Lackieren ist meiner Erfahrung nach nur ein Verbrauch an Farbe. Wenn du jetzt Lack weiter aufträgst und später wieder schleifst, bekommst du unschöne Stellen. Hier ist es besser direkt "reset" zu Drücken und von vorne zu beginnen.

  • o.k. danke. Ich lass das ganze jetzt mal trocknen und schau mit das Übel dann mal an. vielleicht sieht man es ja gar nicht so doll. :D Wie macht man denn am besten die Sprühköpfe zwischen den Lackiervorgängen sauber? Reicht es die abzunehmen und kurz mit Druckluft durchzupusten?

  • Ja so mache ich das auch bzw. lass ein, zwei Tropfen Aibrushreiniger rein tropfen. Muss man nur dran denken danach erstmal in die Luft zu sprühen und nicht den Reiniger mit dem Lack zu mischen:lol!!:

  • :D wieder was gelernt. :D Naja, fürs erste Mal bin ich bis jetzt ganz zufrieden. Wie lang sollte ich jetzt das ganze trocknen lassen, bis man es zusammenschrauben kann?

    Und womit macht man am besten die ganzen kleinen Schalter und Knöpfe im Cockpit bunt? Kann ich da einfach diese kleinen Dosen Revellfarbe nehmen? Die sind nicht so teuer und da ich in nächster Zeit wohl kaum ein zweites Auto bauen werde, möchte ich da ungern die teuren Tamiya Farben holen (ist eh schon albern wegen 5 Farbklecksen nen ganzen Pot Farbe zu kaufen :D ).

  • Also Revell kannst du benutzen, aber dazu brauchst dann eigentlich passenden Verdünnen und Reiniger. Ich benutze Farben von Games Workshop, die lassen sich mit Wasser verdünnen und dementsprechend auch der Pinsel reinigen. Die bekommt man allerdings nur in speziellen Läden. Dann brauchst einen Pinsel in der Stärke 0 oder 00 und eine ruhige Hand. Zudem würde ich mit weiß zuerst die Knöpfe malen und dann rot drüber, sonst ist das Rot eher eine Mischfarbe aus Schwarz und Rot. Auf Schwarz zu malen ist äußerst ungünstig da es viel "schluckt" da hilft meistens nur "grundieren".

  • So Männer, anbei mal paar Bilder von meinem nahezu fertigen Auto. Habe gestern meine Beleuchtung fertig gemacht und kann nun das Licht von der Funke aus Ein und Aus Schalten. Zudem hat er ein CTI Modul mit funktionierendem Rück- und Bremslicht. Zusätzlich werden noch Astabweiser und Sandbleche folgen. Die Sandbleche kommen auf die linke Seite an welcher sich momentan noch das Riffelblech befindet.

    Hoffe er gefällt euch so gut wie mir.