Land Rover Serie I 80" auf MST-CFX-W + seine Ausfahrten

  • Nach den Micro-Scalern nun etwas Grösseres.



    Eigentlich wollte ich mein neues Modell auf einem unveränderten MST-CFX-W 1:8 Chassis aufbauen. Dieses kann mit 313 mm Radstand gebaut werden und verfügt bereits über Kugellager. Nach dem Aufsetzen der provisorisch gebauten Karton-Karosse im Massstab 1:6,5 stellte ich fest, dass das Fahrzeug zu hochbeinig wirkte und die Räder seitlich ganz an der Aussenwand lagen.


    Somit beginnt alles wieder von Vorne.


    Zuerst einmal, warum ausgerechnet ein Land Rover Serie one 80“.
    Meine Frau und ich machten 1993 mit unserem MGB, welcher sich aus meiner „Sturm-+Drangzeit“ bis heute !!! gehalten hat, eine Englandreise. Im schottischen Lairg hatte der Besitzer einer kleinen Pension eine Riesenfreude, als wir mit dem damals genau 20 jährigen MG vorfuhren. Gleich nach dem Zimmerbezug führte er mich in seine Garage, wo er mir mit stolzer Brust seinen Landi Baujahr 1953 zeigte. In den folgenden Tagen machten wir damit einige Ausfahrten abseits normaler Strassen in die Highlands. Bereits am 3. Tag sass Greg nur noch auf dem Beifahrersitz und öffnete die verschiedenen Gatter, welche den Weg versperrten.
    Meine Frau hatte nach dem ersten Tag bereits genug ob dem ruppigen „Schüttelbecher“. Aber mir machten die Fahrten mit diesem unzulänglichen Fahrzeug einen Riesenspass. 1. + 2. Gang nicht synchronisiert, Geradeauslauf; was ist das???, auf der Autobahn wirst du von LKWs überholt, Sitzposition; oh je! Zudem dürfte der Landi mit seiner 3.35 m Baulänge der kürzeste serienmässig hergestellte 7-Plätzer sein.
    In den folgenden Jahren wiederholte ich diese Reisen, weil meine Frau zum Kauf eines solchen Fahrzeugs erfolgreich ihr Veto einlegte.


    Nun, ich möchte noch festhalten, dass ich als „Neuling“ in diesem Metier keine Ahnung über die Auswirkung meiner Veränderungen am Chassis habe.


    Das Chassis wurde also noch einmal zerlegt. Die längeren, hinteren Links werden nun für die Vorderachse verwendet. Hier wanderten die Federbeinjoche ein Schraublochraster nach hinten. Die Federbeine liegen jetzt schräg und der Chassisrahmen einige mm tiefer.
    Die hinteren Links wurden 25 mm verlängert. Das heisst, sie sind neu und 25mm länger gebaut. Dazu verwendete ich M3 Gewindestange mit Messingrohr. Um die nötige Dicke zu erhalten, habe ich noch ein passendes PVC-Rohr darüber gestülpt.
    Danach baute ich wieder ein provisorisches Kartongehäuse. So kann ich auf leichte Art die nötigen Aussparungen und Befestigungen für den endgültigen Aufbau festlegen.
    Zudem erhalte ich einen Ueberblick auf die Dimensionen. Das Fahrzeug besitzt nun einen Radstand von 338 mm. Dies entspricht dem Massstab 1:6.


  • Als Serienlandybesitzerin nehme ich mal Platz in der ersten Reihe! :):popcorn:
    Ist zwar ein SIII aus Spananien, aber der Geradeauslauf ist auch nicht besser. ;)

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand der das nicht wusste und hat es einfach gemacht!


    :tanzen:Du kannst dein Leben weder verlängern, noch verbreitern, nur vertiefen. :tanzen:
    Gorch Fock

  • Ein provisorisches Kartongehäuse mit Nummernschild, seeehr seehr geil.


    Du bist echt angenehm bekloppt. :thumbup:
    Deshalb nehme ich als überzeugter Altautofahrer gerne neben Karen Platz .......


    Tante Edit sagt: Gradeauslauf ist nur was für Leute die unterwegs ganz dringend was bei Facebook posten müßen.

  • Um Spass am Ur-Landi fahren zu haben, muss man nicht unbedingt "bekloppt" sein, aber es ist hilfreich. crazydance:D


    Das Nummernschild rührt daher, weil ich die Bilder des "Minicamp"-Modells auf den richtigen Massstab vergrössert habe und auf den Karton klebte.





    Gruss Georg

  • Das ist ein tolles und interessantes Projekt :)


    Da nehme ich gerne Platz :popcorn:


    PS:
    Der allererste Land Rover Serie I trug das
    Kennzeichen „HUE 166“



    Grüße aus Oldenburg


    Thomas


    "Nur ein Landy ist ein Landy. Alles andere sind nur Geländewagen."

    LRE Land Rover Expedition THE HEARTBEAT OF ADVENTURE
    Tommytomtombei YouTube

  • Vielen Dank für die Info. Damit ist mein "Landi"-Wissen wieder etwas bereichert.


    Hier meine Landis



    Von links nach rechts:
    - prov. Kartonkarosse auf MST-Chassis 1:6
    - Selbstbaukarosse auf RC4WD-Chassis 1:15
    - Minichamp 1:18
    - Dinky Toys ca. 1:37
    - Oxford 1:43
    - Matchbox 1:64
    - Revell 1:87


    Gruss Georg

  • Nachdem die Karton-Karosse zur Zufriedenheit geraten ist, habe ich mich an das definitive Gehäuse gewagt.
    Zuerst aber, pardon habe ich die Federbeinjoche am Chassis wieder um ein Loch nach aussen gesetzt. Das Gehäuse liegt nun wieder einige mm höher. Aber das Fahrzeug federt so schöner ein und die Federn knarzen weniger. Auf teure Zurüstteile möchte ich im Moment noch verzichten.
    Auch dieses Mal wurden die Bilder mit dem Drucker auf das richtige Mass vergrössert, damit ich eine 1:1-Vorlage habe.
    Bei den hinteren Radkästen musste ich leider einen Kompromiss eingehen. Da die Räder deutlich breiter als beim Original sind, haben die Pneus beim verschränkten Einfedern an den inneren Radkastenwänden geschliffen. Dies bemerkte ich dank dem Kartonmodell rechtzeitig. Darum ist die Ladefläche zugunsten breiterer Radkästen etwas schmaler als masstäblich ausgeführt.
    Die Stufe in der Ladefläche ist dem MST-Chassis zuzuschreiben.
    Vorerst ist einmal das Heckteil entstanden. Die Gehäuseteile habe ich aus 2mm Polystyrolplatten ausgeschnitten. Die vertikalen Teile sind aus Stabilitätsgründen nachträglich aufgedoppelt worden. So sind die horizontalen Teile wie in einer Nut verklebt.
    Die obere Kante wird nach dem Lackieren noch mit einem Winkelprofil 5x5 mm versehen. (Aluwinkel beim Original).
    Die Heckklappe ist einmal, noch ohne Scharniere mit einem kleinen Draht fixiert.
    Nun geht es an das Akku-Fach unter den Sitzen.
    Hier einmal die ersten Bilder.
    Gruss und beste Neujahrswünsche Georg



    Chassis wieder verändert



    Vorlage




  • Ich melde mich hier mal wieder.
    Da ich mich nur gelegentlich aus Langweile mit diesem Projekt beschäftige, geht es nicht so schnell vorwärts.
    Meine eigentlichen Hobbys sind in anderen Bereichen angesiedelt.
    In der Zwischenzeit habe ich die Rohlinge der Türen und der vorderen Kotflügel gemacht.
    Wie beim Vorbild fehlen Rundbleche über den Reifen.
    Die inneren, senkrechten Radkastenbleche sind nicht wie beim Original ausgeführt. Dies aus Bequemlichkeit und einer besseren Versteifung zu liebe.
    Nun geht es erst wieder einmal an die Materialbeschaffung. 2mm stake Polystyrolplatten erhalte ich im Grossraum St.Gallen leider in keinem Geschäft.
    So muss die Spritzwand bei der A-Säule noch etwas warten.



    Gruss Georg




    Kotflügel werden ausgeschnitten



    Akkukasten unter den Sitzen



    Radausschnitte müssen noch nachgeschliffen werden



    Mit Holzlehre und Heissluftföhn geht es an die Kotflugel



    inneres "Radkastenblech"



    Kotflügel muss eventuell noch zusätzlich versteift werden



    hier einmal rundgeschliffen und angepasst



    gegenwwärtiger Bauzustand

  • So langsam sieht man, was es werden soll. Nach dem Kühlergrill ging es einmal an die Räder.
    Mein Landi-Projekt 1:6 hat einen Raddurchmesser von 120 mm. Solche sind auch mit 1,9“ Felgen in der Packung.
    Da mir der Gummianteil dieser Räder doch etwas zu gross scheint, wollte ich 2,2“ Felgen einsetzen.
    Nun muss ich leider feststellen, dass die von mir gewünschten Vintage-Landi-Felgen in dieser Grösse nicht erhältlich sind.
    Es war zu entscheiden, was mir lieber war, moderne Alufelgen oder "Blechfelgen". Ich entschied mich für die 1,9“ Vintage-Felgen.


    Somit ist mein Tread am falschen Ort angesiedelt. Falls dies stört, bitte ich den Moderator, diesen Tread entsprechend zu verschieben.


    Diese Beadlock-Felgen haben den Vorteil, dass die Reifen nicht verklebt werden müssen.
    Die Reifen aus dem Set mit den Schaumstoffeinlagen habe ich einmal beibehalten.
    Die Metallfelgen sind mit einer Lage 18x2 mm Bleistreifen beschwert. Dies ergibt 71 gr Mehrgewicht pro Rad. Somit wiegt ein Rad nun 240 gr.
    In verschiedenen Beiträgen habe ich gelesen, dass es vorteilhaft ist. Wenn sich die Reifen entlüften können. Die Beadlocks haben nichts dergleichen. Sollte es nötig sein, werde ich auf der Innenseite ein kleines Loch, entweder in die Felge oder den Reifen bohren.



    Kühlergrill einmal aufgezeichnet



    Vorbild und Modell



    eine Lage 2 mm Blei um den Radreif, mit blauem Tesaband fixiert



    Die Räder am Fahrzeug



    Langsam sieh man was es werden soll


    Gruss Georg

    Edited 3 times, last by landi: Tippfehler korrigiert ().


  • In verschiedenen Beiträgen habe ich gelesen, dass es vorteilhaft ist. Wenn sich die Reifen entlüften können. Die Beadlocks haben nichts dergleichen. Sollte es nötig sein, werde ich auf der Innenseite ein kleines Loch, entweder in die Felge oder den Reifen bohren.


    Ich persönlich finde Löcher in den Felgen bei Scalern absoluter Quatsch.
    Warum?
    Wenn Du im Regen oder durch eine Pütze fährst saugt der Schaumstoff Feuchtigkeit auf und diese kann alleine nicht mehr entweichen. Also sind die Einlagen recht schnall Sackenass. Dann heißt es entweder die Reifen solange kneten und drücken bis alles aus dem Loch rausgekommen ist oder die Reifen abziehen und die Einlagen trocknen.
    Auch ohne Löcher passen sich die Reifen perfekt an den jeweiligen Untergrund an. Du wirst sogar später merken das Du viel härte Einlagen einbauen mußt weil das sonst aussieht als hättest Du nur 1 Bar auf den Reifen.
    Eigendlich kannst Du schon jetzt die Laser Foams von Crazy Crawler in Ultra HD kaufen und verbauen.


    Bei Crawlern ist das was anderes denn die Dinger sind sehr leicht und die Reifen dadurch zu "aufgepumpt" und passen sich dadurch nicht an Ecken und Kanten an.

  • 338 mm, entspricht dem Vorbild 203 cm = 80".
    Die MST-Verlängerungen der Hinterachse habe ich vorne verwendet und hinten habe neue, längere Links gebaut. Bei der hinteren Kardanwelle muss ich noch schauen, ob sie der Verlängerung stand hält, oder ob ich eine Längere verbauen muss.


    Gruss Georg

  • ok vielen Dank, ich finde es immer wieder schön wenn sich jemand an solche Projekte ran machen tut

    Chevrolet Blazer auf Eigenbau Chassis :blazer:

    Jeep Cherokee Xj auf cfxw im Bau

  • Hi Georg / @landi

    Ich persönlich finde Löcher in den Felgen bei Scalern absoluter Quatsch.

    Hier muss ich Klaus zustimmen, aber hier

    Eigendlich kannst Du schon jetzt die Laser Foams von crazy Crawler in Ultra HD kaufen und verbauen.

    kann ich klar von abraten wenn du die Baukastenreifen fahren willst.
    Die Baukastenreifen habe ich auf meinem CFX-W (Portal Blazer) am Anfang gefahren.
    Bei mir sind die ganz schnell gegen andere Reifen getauscht worden, da sie für mein Fahrzeug zu hart waren.
    Wenn ich mir deine Fortschritte so anschaue dürftest du vom Gewicht relativ schwer werden und die Reifen sollten aus dem Baukasten raus ganz gut funktionieren.


    Für mich haben die Reifen nicht funktioniert, da sie nicht nur an den Flanken eine X-förmige Verstärkung haben, sondern eine solche auch auf der Innenseite des Profils.
    Dadurch und durch seine extrem stabile Einlage ist der Reifen von Haus aus schon sehr stabil und benötigt Gewicht, was dein Fahrzeug später sicher haben wird.


    Deshalb spar dir erstmal die Ultra HD Einlagen, die werden dir eher wenig Spaß bereiten und teste die Reifen.


    Gruß Matze

  • Hallo Matze


    Danke für die Information.
    Werde sie berücksichtigen. Zumal meine "Kiste" sicher noch einiges schwerer wird.


    Nun habe ich aber einmal eine gaaaaaanz andere Frage an die Gemeinschaft.
    Heute hatte ich Besuch eines Kollegen (ist Automechaniker), der mit RC-Fahrzeugen gar nichts am Hut hat.
    Er fragte mich, wieso ich die Federdämpfer verkehrt montiere.
    Habe sie so wie in der Bauanleitung verbaut. Stelle fest, dass alle anderen RC-Fahrzeuge in diesem Forum nach gleichem Schema aufgebaut sind.
    Also mal die Frage, warum werden bei den RC-Dämpfer die Kolben oben montiert????


    Bin gespannt auf die Antworten.


    Gruss Georg

  • Hallo,


    ich denke, das ist so, da sonst der Modder von oben auf den Kolben (besonders auf die Dichtung) läuft und dann durch die zusätzliche Reibung die Dichtungen (O-Ringe) undicht werden.


    Beim 1:1er sind die Dichtungen ja etwas robuster.


    Gruß
    Achim

  • Sehr schönes Projekt!! :thumbsup:


    Kleiner Einwand meinerseits, hatte der Mk 1 nicht eigentlich Blattfedern?


    Bei Asiatees gibt es übrigens auch Felgen und Reifen die schmaler sind als die normalen 1.9er, falls du es noch etwas dem Original näher bringen möchtest.


    https://www.asiatees.com/displ…model=All&id=147393&pid=1

    Viele Grüße Tony


    Team Raffee D90, SCX 10, MST CFX, Losi MRC, CC-01, ECX Barrage, 2x TT-01, M04.

  • Ein sehr schöner alter Landy.


    Und eine sehr gute Umsetzung der Zeichnungen auf die Polyplatten.


    Hier zuzusehen macht wirklich Neugierig auf das Endergebniss.


    :thumbsup::thumbsup: