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Gloobii

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1

Montag, 18. Januar 2010, 23:29

Hilfe für einen Löteinsteiger, Messing löten für Scalerteile mit welcher Ausstattung

Hallo Leute, nachdem mein Cr350 so langsam Form an nimmt habe ich nach Recherchen bei RC4WD so ne schöne Stoßstange mit Windenhalterung gesehen. Da die leider bei mir nicht so genau passt, dacht ich bau sowas ähnliches. Und da hier ja im Forum genug Messingverbieger unterwegs sind dachte ich frag mal die Profis.

Mein Material bezieh ich meist von Conrad da er um die Ecke ist, taugt das Material zum löten oder sollte man besser wo bestellen. Und welche Ausrüstung brauch ich zum Löten. Ich hätt von Proxxon so einen Microflambrenner rumstehen. Geht das mit dem oder bringt der die Hitze nicht zustande um das Lot zum schmelzen und verbinden zu bringen. Und gibt es bestimmtes Lot oder welches sollte ich nehmen, und wie muss ich die Lötstellen vorbehandeln.

Danke für euer Tipps für einen Löteinsteiger

Gruss Frank

Volker-P

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2

Dienstag, 19. Januar 2010, 06:37

Ich hatte vor einiger Zeit mal in einem anderen Forum einen kleinen Lötkurs beschrieben, den ich Euch hier auch nicht vorenthalten möchte. Daher nun aus gegebenen Anlass:

"Der Kleine Lötkurs. (Weichlöten)"

Lötkolben oder Gasbrenner?
Es kommt darauf an, was man verlöten möchte, und wie viel Wärme dafür erforderlich ist. Wenn man nur Kabelenden verzinnen oder verlöten will, reicht ein Lötkolben aus. Für dünne Bleche und kleine Profile (bis 1mm Wandstärke), die nicht großflächig verlötet werden müssen, reicht auch ein starker Lötkolben (300W-500W) . Für Rohrkonstruktionen und dickere Bleche würde ich ehr einen Gasbrenner nehmen, die gibt es mittlerweile in den unterschiedlichsten Größen für kleines Geld im Baumarkt.
Die Kunst beim Löten ist einfach die, dass die zu verlötenden Teile gleichmäßig erwärmt werden. Bei gleichgroßen Teilen ist das recht einfach, haben die Teile eine unterschiedlich große Masse, wird es schon schwieriger. Das dickere Teil muss länger erwärmt werden, um genügend Wärme einzubringen, dann wird das kleinere Teil kurz erwärmt. Es sollte nun soviel Wärme in den Teilen sein, das das Lötzinn an der Oberfläche schmilzt.
Flußmittel:
Die Lötstelle muss auf jeden Fall an der Lötstelle mit Flußmittel (Baumarkt Heizung-Sanitärabteilung) eingestrichen sein (an beiden Teilen). Das aber nicht zu großzügig, da das Lötzinn nachher überall dorthin fließt, wo auch das Flußmittel hingeflossen ist. Schmilzt das Lötzinn nicht mehr, oder fängt an teigig zu werden, muss man wieder etwas erwärmen. Lötet man mit Flamme, nimmt man das Lötzinn erst aus dem Flammbereich, da es sonst sofort abtropft. Man erwärmt die Lötstelle, und hält dann das Lötzinn wieder daran.
Löten:
Mit der Flamme bringt man sehr schnell viel Wärme an die Lötstelle, da reichen ein paar Sekunden (je nach Dicke der Bleche), der Lötkolben braucht da entschieden länger. Das hat folgenden Grund: Der Lötkolben erwärmt nur punktuell, der Brenner dagegen großflächig. Das zu verlötende Metall leitet die Wärme (Messing und Alu z.B. besser als Stahl und Edelstahl) in das gesamte Bauteil. Erwärmt man nun die Lötstelle, kriecht die Wärme natürlich in das gesamte Bauteil, und nimmt die Wärme von der Lötstelle mit. Je schneller man die Wärme in den Bereich der Lötstelle einbringen kann, desto besser. Die Gefahr dabei ist, dass man dünne Bleche und Profile schnell schmelzen oder verbrennen kann, da die Flamme über 1000° hat, der Lötkolben dagegen nur 500°-600° (Mit ein bisschen Übung, kann man aber auch dünne Teile mit der Flamme Löten.)
Habe ich nun mehrere Lötstellen die sehr dicht bei einander liegen, kann man sich mit einem nassen Lappen (Kühlung) behelfen, den man auf die zuvor gelötete Stelle legt. Nun kann die Wärme nicht so schnell in die schon vorhandene Lötstelle dringen, da sie erstmal den nassen Lappen erwärmen müsste. Bis das passiert ist, hat man die eigentliche Lötstelle schon verlötet.
Sehr wichtig ist eine gute Fixierung der zu verlötenden Teile, damit man beide Hände frei hat für Lötkolben und Lötzinn. Auch hier ist es wichtig, das die Lötstelle schon warm genug ist, und das Lötzinn gleich daran schmilzt. Andernfalls besteht die Gefahr, dass man mit dem Lötzinndraht die Bauteile verschiebt, bevor er schmilzt.


Vorbereitung:
Der Lötspalt, also der Abstand der zu verlötenden Teile sollte möglichst klein sein, ½ -1 Zehntel mm (0,05mm-0,1mm) wären optimal. Die Festigkeit einer Lötstelle wird schwächer, je weiter die Bauteile auseinander sind, weil dann nur die Festigkeit des weichen Lötzinn die Lötstelle zusammen hält.
Als Unterlage sollte man sich aus dem Baumarkt ein paar Ofenbausteine (Schamott) zulegen, die gibt es in unterschiedlichen Dicken und Größen, und sind nicht teuer. Zum Fixieren kann man alles mögliche nicht brennbare Zeugs nehmen, was zur Verfügung steht…immer aufpassen, auch diese Teile sind nach dem Löten seeeeehr heiß. …also immer eine Schale Wasse dabei stellen, um evtl.Brandblasen gleich zu kühlen.
Lötzinn: Man kann alles handelsübliche Weichlot aus dem Baumarkt nehmen. Für kleine filigrane Lötungen natürlich auch möglichst dünnen Draht (Radiolot geht da auch)
Es bringt auch nicht viel, wenn man viel Lot um die Lötstelle herum verteilt, was sich aber manchmal nicht so vermeiden lässt. Optimal ist es, wenn nur der Spalt an der Lötstelle mit Lot ausgefüllt ist. Das erfordert aber eine sorgfältige Vorbereitung und Übung. Je mehr Übung man hat, umso besser werden die Lötstellen nachher.
Am besten übt ihr das mal mit ein paar alten Blech-und Rohrstücken, auf jeden Fall auch mit Teile von unterschiedlichen Massen.
Löten ist eigentlich eine reine Übungssache, wenn man erstmal verstanden hat was dabei passiert.

Ich hoffe, dass auch der Anfänger mit dieser Beschreibung etwas anfangen kann, und ich mich zuviel Fachchinesich eingebracht habe. In diesem Sinne, viel Erfolg... :thumbsup:
beste Grüße,

Volker

Volker-P

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3

Dienstag, 19. Januar 2010, 06:49

@Frank: Zu Deiner Ausrüstung: Ich hab den kleinen Brenner von Proxxon schon mal gesehen, ich denke das der zum Weichlöten hervoragend geeignet ist. Ich löte mit einem etwas größeren Brenner von Rothenberger, aber für manche Sachen ist selbst der schon zu heftig. Das Messing aus dem Baumarkt ist völlig in Ordnung, und läßt sich wunderbar verarbeiten. Wichtig ist, wie oben im Lötkurs beschrieben, das Flußmittel (Lötpaste, oder Lötfett) und die richtige Wärme. Sinnvoll ist es auch, die zu verlötenden Stellen vorher mit feinem Schmirgel anzurauhen, um die Oxidschicht, die sich nach längerer Lagerung bildet, zu entfernen. Man sieht das bei Messing an der dunkelen Verfärbung, und wenn es ganz schlimm ist am Grünspan. Wenn Du das beachtest, brauchst Du nur noch etwas Übung :D , dann klappts auch mit der Stoßstange ;)
beste Grüße,

Volker

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4

Dienstag, 19. Januar 2010, 22:08

Endlich mal ne gute erklärung!!!

Welche durchmesser und Wandstärken nehmt ihr denn
um eng gebogene Radien zu schaffen ohne dass das Rohr knickt?
(ausgehend von Messingrohren für Überrollkäfige und Stoßstangen im Maßstab1:10)


Danke im vorraus
Bart
"Gebirgsjäger Hamburg" Rollfix Kanal 52

Gloobii

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5

Mittwoch, 20. Januar 2010, 18:09

Hallo hab mich heut mal ein wenig schlau gemacht. Also ich denke Rothenberger ist wohl eine gute Alternative zum löten. Bauhaus hatte ein paar Geräte da zum schauen und im Onlinekatalog von Rothenberger hab ich auch mal geschaut. Es gibt folgende Alternativen.

Handgeräte mit direkt angeflanschter Flasche wie zb. Powerfire, Superfire oder die mit der Campingkartusche Roflame. Und dann noch welche mit externer Flasche wie zb. Rocolt, Airprop oder Turboprop.

Nun meine Frage was ist besser zum löten ein handliches Handstück mit externer Flasche oder so ein Dingens mit Flasche dran. Und welches Flussmittel verwendet man am besten, Paste oder flüssig.

Bei den Handgeräten hätt ich noch so ein Abflammgerät wenn ich da den Flammbrenner abmontieren würde könnte ich da doch eine Lötflammspitze oder wie das Ding heisst anmontieren denn die Handstücke gleichen sich ja. Und bräucht evtl. nicht doppelt Geld ausgeben für ein zweites Handstück.

Frank

Volker-P

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6

Donnerstag, 21. Januar 2010, 06:22

...also ich habe dieses Mini Lötgerät von Rothenberger, das ist super handlich, und bei dem Preis von 6,50 € kann man glaub ich nix verkehrt machen.

http://cgi.ebay.de/Miniset-Rothenberger-…=item35a163fa0e

Als Flußmittel ist die handelsübliche Lötpaste aus dem Baumarkt optimal, die läuf nicht gleich überall hin, sondern erst wenn sie warm gemacht wird. Als Tip: ...besorg Dir ein paar Schamottsteine aus der Ofenabteilung (Baumarkt), als feuerfeste Unterlage. ;)
beste Grüße,

Volker

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